Essen Mülheim an der Ruhr Panorama

Mit dem Luftschiff über das Ruhrgebiet

Essen/Mülheim. Rund 3.000 Passagiere fliegen jedes Jahr mit dem WDL-Luftschiff „Theo“. Der einstündige Rundflug über das Ruhrgebiet bietet faszinierende Ausblicke und erklärt die ungebrochene Begeisterung für das Luftschiff. Neu ist, dass darin jetzt auch geheiratet werden kann.

Blick aus dem Luftschiff auf die Ruhrtalbrücke (Bilder: NRW.direkt)

Flughafen Essen/Mülheim an einem Sonntagabend im Juli. Das Luftschiff vom Typ WDL-1B schwebt heran, dann geht alles sehr schnell: Jeweils fünf Männer rechts und links greifen nach den Seilen, um das Flugobjekt in Position zu halten. Um das Gewicht zu halten, steigen zwei Fluggäste aus und sofort zwei ein, dann erst steigen die nächsten aus. Über eine kleine eingebaute Treppe geht es in die Gondel, in der neben dem Piloten sieben Fluggäste Platz haben. Jeder bekommt einen Fensterplatz. Nachdem alle an Bord sind und die Tür geschlossen wurde, gibt es einen Ruck, dann steuert Pilot Frank Luderer das Luftschiff sanft in die Höhe. Die Motoren dröhnen, aber der Lärm hält sich im Rahmen. Nicht jeder braucht die Ohrenstöpsel, die noch vor dem Start verteilt wurden. Schnell steigt das Luftschiff auf seine Reiseflughöhe zwischen 300 und 400 Metern.

Stationiert ist das mit rund 6.700 Kubikmetern Helium gefüllte Luftschiff am Flughafen Essen/Mülheim. Betrieben wird es von der WDL Luftschiffgesellschaft, die es von dort zu Werbezwecken und für Rundflüge einsetzt. Der Name „Theo“ erinnert an den 2012 verstorbenen WDL-Gründer Theodor Wüllenkemper. Rundflugsaison ist jedes Jahr von Mai bis Oktober. In Deutschland operieren Luftschiffe nur noch von Essen/Mülheim und Friedrichshafen aus. Und am Himmel in Nordrhein-Westfalen ist „Theo“ längst zu einem Wahrzeichen geworden. Oftmals kommen die Passagiere aus anderen Teilen des Landes oder gar Europas, um mit dem derzeit weltweit einzigen „Blimp“, einem Prallluftschiff, zu fliegen. Der wohl prominenteste Fluggast bislang war im Mai 2016 der israelische Botschafter Yakov Hadas-Handelsman.

Von oben sieht alles ordentlich aus

Die MSV-Arena in Duisburg von oben (Bilder: NRW.direkt)

An diesem Abend herrscht gute Sicht; der Pilot macht die Fluggäste darauf aufmerksam, dass auf der linken Seite der Düsseldorfer Flughafen zu sehen ist. Gleichzeitig nimmt er Kurs in Richtung Duisburg. Aber auch der Blick direkt nach unten lohnt sich: Straßenzüge sind genau zu erkennen, Sportplätze und vieles mehr. Von oben betrachtet sieht plötzlich alles sehr ordentlich aus. Jetzt klicken alle Kameras; fast alle Passagiere wollen den atemberaubenden Ausblick im Bild festhalten. Schon bald kommt der Duisburger Sportpark in Sicht, kurz darauf können die sieben Fluggäste von oben in die neue MSV-Arena hineinschauen. Dann geht es weiter über den Rhein bis nach Rheinhausen.

Nach der Überquerung des Rheins aber dreht „Theo“ wieder um. Frank Luderer, einer von nur drei Piloten in Deutschland, die dieses Luftschiff fliegen können, geht wieder auf Gegenkurs. Noch einmal wird der Duisburger Hafen überflogen, der von oben noch imposanter wirkt. Innenstadt und Hauptbahnhof wirken wie eine Miniaturlandschaft, in der Züge ein- und ausfahren. Und immer wieder staunen die Fluggäste, wie grün das Ruhrgebiet von oben betrachtet ist. Kurz vor der Landung kommt mit der Ruhrtalbrücke noch einmal eine alte Bekannte in Sicht.

An Bord von „Theo“ kann jetzt auch geheiratet werden

Der Duisburger Hafen (Bilder: NRW.direkt)

Nachdem der Flughafen Essen/Mülheim wieder in Sicht ist, kommt der Boden immer schneller näher. Dann ergreifen die Haltemannschaften die Seile, um „Theo“ in Position zu halten. Nachdem die Fluggäste ausgestiegen stiegen, fährt der Mastwagen heran, um das Luftschiff nach seinem letzten Flug für diesen Tag zur WDL-Halle zu ziehen. Die Fluggäste aber können sich nur schwer trennen; sie sind noch begeistert von dem rund einstündigen Rundflug, machen letzte Fotos, gehen nur langsam wieder weg und schauen sich dabei an, wie das 59 Meter lange Luftschiff zur Halle gezogen wird.

Frank Peylo, Unternehmenssprecher der WDL Luftschiffgesellschaft, erzählt, dass Paare jetzt auch in der Gondel des Luftschiffes heiraten können: Nachdem der Bürgermeister von Mülheim an der Ruhr auch dazu ermächtigt wurde, Trauungen zu vollziehen, habe er sich sofort bereit erklärt, das auch mit „Theo“ in der Luft zu tun. Jetzt wird nur noch darauf gewartet, welches Paar sich das als erstes traut.

Bild ganz oben: Das Luftschiff „Theo“ setzt zur Landung an. Alle anderen Bilder können durch Anklicken vergrößert werden.

Der in dem Artikel beschriebene einstündige Rundflug mit dem Luftschiff „Theo“ kostet 310 Euro, Kinder von 4 bis 14 Jahren bezahlen nur 195 Euro. Sonderflüge und Nachtflüge mit Beleuchtung werden auf Anfrage angeboten. Infos zu Tickets und Geschenkgutscheinen erhalten Sie unter der Telefonnummer 02 08 – 37 80 80 oder unter info@wdl-luftschiff.de. Weitere Informationen gibt es unter http://www.wdl-worldwide.de/index.php/das-luftschiff#rundflug.

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