Dortmund Politik

Mit Glöckchen gegen Taschendiebe

Dortmund. Seit Montag verteilt die Polizei kleine Glöckchen, damit die Bürger besser gegen Taschendiebstahl geschützt sind. Jürgen Antoni (AfD) reagiert entsetzt: „Die Lächerlichkeit, mit der in NRW auf die stetig steigende Kriminalität reagiert wird, kann mit gesundem Menschenverstand nicht mehr nachvollzogen werden.“

Jürgen Antoni (Bild: NRW.direkt)

Jürgen Antoni (Bild: NRW.direkt)

Damit die Menschen besser gegen Taschendiebstähle geschützt sind, verteilt die Polizei in Dortmund seit Montag kleine Tütchen mit Alarm-Glöckchen. Diese können an der Handtasche, dem Handy oder dem Portemonnaie angebracht werden. Sollte jemand versuchen, diese Dinge zu stehlen, klingelt es. Anlass für die Verteilung der Glöckchen ist die landesweite „Aktionswoche gegen Taschendiebstahl“.

„Jeder kann etwas dagegen tun, selbst zum Opfer zu werden“, sagte Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) zum Start der Aktionswoche. Im ersten Halbjahr 2016 registrierte die NRW-Polizei 29.056 Fälle von Taschendiebstahl, 0,4 Prozent mehr als in der ersten Jahreshälfte 2015. Im gesamten letzten Jahr waren es 54.604 Fälle. 60 Prozent der in diesen Fällen ermittelten Tatverdächtigen stammen aus Rumänien, Bulgarien, Bosnien-Herzegowina, Marokko oder Algerien, so das Innenministerium.

„Schlag ins Gesicht eines jeden Polizeibeamten“

Jürgen Antoni, innenpolitischer Sprecher der NRW-AfD, findet es „verwunderlich, dass Innenminister Jäger die Taschendiebstähle in NRW mit der Verteilung von kleinen Glöckchen zu bekämpfen versucht. Es ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden Polizeibeamten, wenn er anstatt seines gesetzlichen Auftrages, der Bekämpfung von Straftaten nachgehen zu können, sich nunmehr auf Weisung des Polizeipräsidenten und damit des langen Arms des Innenministers als Glöckchenverteiler in der Dortmunder Innenstadt verdingen muss.“

„Die Lächerlichkeit, mit der in NRW auf die stetig steigende Kriminalität reagiert wird, kann mit gesundem Menschenverstand nicht mehr nachvollzogen werden. Es ist an der Zeit, diese Landesregierung abzuwählen und dieses Land wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen“, sagte Antoni am Dienstag. Der 52-jährige Kriminaloberkommissar war 2009 und 2010 Mitglied der SPD-Landtagsfraktion und dort unter anderem Mitglied des Innenausschusses. Im Februar 2014 trat er in die AfD ein. (ph)

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