Düsseldorf Wirtschaft und Verkehr

Muss der Flughafen bis 2022 warten?

Düsseldorf. Muss der Flughafen noch vier Jahre bis zur Bewilligung seiner beantragten Kapazitätserweiterung warten? Die Zahl der wegen Kapazitätsmangel nicht bewilligten Slots hat sich innerhalb von sechs Jahren bereits mehr als verdoppelt. Aufgrund der weiter steigenden Nachfrage seitens der Fluggäste könnten damit Preissteigerungen drohen.

Auf den ersten Blick ist das Anliegen des Düsseldorfer Flughafens eher unspektakulär: In verkehrsstarken Tageszeiten sollen zukünftig 60 statt der bisherigen 47 Slots angeboten werden. Der Begriff Slot kennzeichnet ein Zeitfenster, während dessen eine Fluglinie den Airport zum Starten oder Landen eines Flugzeugs benutzen darf. Hintergrund der erhofften Erweiterung ist die stetig steigende Nachfrage seitens der Fluglinien und der Fluggäste. Mit kostspieligen baulichen Erweiterungen wäre eine solche Erweiterung nicht verbunden, da fast alle dafür benötigten Kapazitäten bereits vorhanden sind. Lediglich acht neue Stellplätze für Flugzeuge wären erforderlich.

Allerdings wird für eine solche Kapazitätserweiterung eine neue Betriebsgenehmigung benötigt. Dazu hat der Flughafen im Februar 2015 einen entsprechenden Planfeststellungsantrag eingereicht und diesen im April 2016 vervollständigt. Im Rahmen der sogenannten Öffentlichkeitsbeteiligung haben daraufhin rund 40.770 Bürger Einwendungen erhoben. Denen stehen zuletzt 26 Millionen Fluggäste jährlich gegenüber, die von einer Ausweitung des Angebots profitieren würden.

„Bearbeitungshorizont wird vermutlich ins Jahr 2022 reichen“

Die aber werden wohl noch Jahre darauf warten müssen: Wie die Rheinische Post in ihrer Samstagausgabe unter Berufung auf ein Schreiben des Landesverkehrsministeriums an Flughafen-Chef Thomas Schnalke berichtete, muss der größte Airport Nordrhein-Westfalens offenbar deutlich länger auf eine Genehmigung für die geplante Kapazitätserweiterung warten als bislang gedacht. In dem Schreiben heißt es zwar, es sei noch nicht absehbar, zu welchem Zeitpunkt das Verfahren beendet sei. Verkehrsstaatssekretär Hendrik Schulte soll jedoch einen konkreten Hinweis gegeben haben: „Ähnliche Verfahren wie zum Beispiel in München oder Frankfurt haben bis zu fünf Jahre gedauert.“ Das Ministerium habe in der Vergangenheit immer wieder Unterlagen nachfordern müssen. Und auch aktuell stünden noch Unterlagen aus. „Daraus ergibt sich ein Bearbeitungshorizont, der vermutlich ins Jahr 2022 reichen wird.“

Welche Auswirkungen eine solche Verfahrensdauer hat, zeichnet sich aber bereits jetzt ab: So hatte erst vor zwei Wochen eine Antwort von Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) auf eine Nachfrage der AfD-Fraktion ergeben, dass sich die Zahl der wegen Kapazitätsmangel nicht bewilligten Slots am Düsseldorfer Flughafen innerhalb von sechs Jahren mehr als verdoppelt hat. So mussten für den Sommerflugplan 2017 rund 22.000 von fast 178.000 beantragten Slots zurückgewiesen werden. Das waren rund 12.500 mehr als im Sommerflugplan 2011. Damals waren 9.423 von 158.241 beantragten Slots abgelehnt worden. Eine Entwicklung, die zu Lasten der Fluggäste geht, da ein gleichbleibendes Angebot bei gleichzeitig steigender Nachfrage üblicherweise Preissteigerungen zur Folge hat.

Bild: Flughafen Düsseldorf. Bildrechte: NRW.direkt

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