Abgebrannte Messehalle Düsseldorf Justiz

Prozess gegen mutmaßlichen Brandstifter

Düsseldorf. Bereits nächsten Montag beginnt der Prozess gegen Adel Z. Ihm wird vorgeworfen, im Juni 2016 die als Asylbewerberunterkunft genutzte Messehalle 18 in Brand gesetzt zu haben. War er darüber verärgert, dass in der Unterkunft trotz des muslimischen Fastenmonats Ramadan tagsüber Speisen und Getränke ausgegeben wurden?

Am 7. Juni 2016 wurde die als Asylbewerberunterkunft genutzte Messehalle 18 in Düsseldorf durch einen Brand vollständig zerstört. 70 Feuerwehrleute und 50 weitere Helfer waren mehr als 20 Stunden im Einsatz, um den Großbrand zu löschen. Weil die ausgebrannte Halle einsturzgefährdet war, musste die Feuerwehr bereits in der darauffolgenden Nacht mit dem Abriss des Gebäudes beginnen. Der Schaden wird auf rund zehn Millionen Euro geschätzt.

Zwei tatverdächtige Nordafrikaner wurden noch während der Löscharbeiten verhaftet, nachdem sie sich einem Journalisten als Brandstifter zu erkennen gaben. Die Reaktionen in der lokalen Politik darauf waren unterschiedlich: Ratsherr Olaf Lehne (CDU) forderte die Abschiebung der Brandstifter, falls sich die Vorwürfe vor Gericht bestätigen sollten. Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch (Grüne) hingegen sprach von einem „Einzelfall“.

Brandstiftung aus Verärgerung über Nichtbeachtung des Ramadan?

Am kommenden Montag beginnt der Prozess wegen der Brandstiftung vor dem Düsseldorfer Landgericht. Als Hauptangeklagter muss sich der 27-jährige Adel Z. verantworten. Der Algerier soll laut Anklage darüber verärgert gewesen sein, dass trotz des muslimischen Fastenmonats Ramadan, der gläubigen Muslimen die Aufnahme von Speisen und Getränken nur in der Zeit zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang gestattet, auch morgens und zur Mittagszeit Speisen und Getränken an nicht fastende Bewohner der Asylbewerberunterkunft ausgegeben wurden. Am 7. Juni soll es darüber Streit gegeben haben. Danach soll er den Inhalt einer Wodkaflasche über einer Matratze ausgegossen und diese mit seinem Feuerzeug in Brand gesetzt haben. Das sofort entstandene Feuer habe innerhalb weniger Minuten zum Vollbrand der gesamten Messehalle geführt.

Ebenfalls angeklagt ist der 27-jährige Mohamed B. Der Marokkaner soll mit der Unterbringung in der Messehalle höchst unzufrieden gewesen sein. Ihm wird vorgeworfen, Adel Z. zur Tat angestiftet haben, indem er in den Tagen zuvor immer wieder lautstark geäußert haben soll, die Halle solle niedergebrannt werden, um so eine Verlegung der Bewohner in andere Unterkünfte zu erzwingen. Das Landgericht hat bis 23. März insgesamt 13 Verhandlungstermine angesetzt.

Bild: Die ausgebrannte Messehalle während der Abrissarbeiten. Bildrechte: NRW.direkt

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