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Mutmaßlicher Geiselnehmer psychisch krank?

Köln. War der mutmaßliche Geiselnehmer, der am Montag eine Frau mit Benzin übergossen haben soll, ein psychisch krankes Folteropfer? Das will eine große Tageszeitung herausgefunden haben. Die Polizei spricht davon, dass der Tatverdächtige, ein syrischer Flüchtling, bereits durch 13 Straftaten auffällig wurde.

Hauptbahnhof Köln (Bild: NRW.direkt)

Der mutmaßliche Geiselnehmer von Köln soll in Syrien als politischer Häftling und Gegner des Assad-Regimes im Gefängnis gesessen haben. Das berichtete der Kölner Stadt-Anzeiger in einer Vorab-Meldung zu seiner Mittwochausgabe unter Berufung auf dessen Vermieter und den Hausmeister. „Er sagte, dass er dort gefoltert wurde. Mit Stromschlägen, mit Wasser, mit Licht“, behauptete der Hausverwalter. „Das hat ihn psychisch krank gemacht. Er war hier in Köln deswegen auch in Behandlung.“

Am Montag hatte ein Mann im Kölner Hauptbahnhof ein Mädchen mit einem Brandsatz verletzt. Anschließend hat er in einer Apotheke eine Frau als Geisel genommen und mit Benzin übergossen. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei beendete die Geiselnahme daraufhin gewaltsam. Dabei wurde der Mann lebensgefährlich verletzt.

Bezüge zu „Daesh“?

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen polizeibekannten syrischen Flüchtling. Der 55 Jahre alte Mann war 2015 als Asylbewerber nach Deutschland gekommen und seitdem wegen 13 Straftaten auffällig geworden, wurde auf einer Pressekonferenz von Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mitgeteilt. Als anerkannter Flüchtling habe der Mann über eine Aufenthaltsgenehmigung bis Juni 2021 verfügt.

Erkenntnisse, die bestätigen, dass der 55-Jährige in Syrien gefoltert wurde, lägen der Polizei derzeit nicht vor, hieß es auf der Pressekonferenz. Laut Zeugenaussagen soll der Mann vor der Geiselnahme gerufen haben, er gehöre „Daesh“ an. „Daesh“ ist eine arabische Bezeichnung für die Terror-Organisation Islamischer Staat. (ph)

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