Düsseldorf Kultur

Neue Tora-Rolle eingeweiht

Düsseldorf. Mit einer fröhlichen Feier und einem Umzug durch die Nachbarschaft hat die Jüdische Gemeinde am Sonntag ihre neue Tora-Rolle eingeweiht.

Moshe Israilov vollendet die Tora-Rolle (Bild: NRW.direkt)

Moshe Israilov vollendet die Tora-Rolle (Bilder: NRW.direkt)

Mit 304.805 hebräischen Buchstaben sind in der Tora 613 Vorschriften für Juden niedergeschrieben, 248 Gebote und 365 Verbote. „Die Tora ist das Fundament unserer Existenz“, erklärte Michael Szentei-Heise, Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde in Düsseldorf. Und die kann sich jetzt über eine neue Tora-Rolle freuen. Geschrieben wurde diese von einem speziell dafür ausgebildeten Sofer. Ein ganzes Jahr lang war der Sofer damit beschäftigt, rund vier Stunden an jedem Tag. Dann wurde die Tora-Rolle von Jerusalem nach Düsseldorfer gebracht.

Dass der Sofer damit auch ein Jahr lang seine Familie ernährt hat, lässt erahnen, dass die neue Tora-Rolle nicht wenig gekostet hat. Bei Gesprächen am Rande der Einweihung war von 30.000 Euro die Rede. Der Spender, Igor Israilov vom bucharischen Teil der Gemeinde, wollte dazu jedoch nichts sagen: „Ich habe es gemacht, weil ich es konnte. Ich danke Gott, dass ich das machen durfte.“ Israilov bedankte sich bei Oded Horowitz, dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde, für dessen Unterstützung. Horowitz sieht die Bedeutung der neuen Tora-Rolle darin, dass die zumeist aus der Sowjetunion stammenden bucharischen Juden „damit signalisieren, dass sie sich hier zu Hause fühlen und hier bleiben wollen“.

Die Einweihung der neuen Tora-Rolle am Sonntag wurde mit der Bat-Mizwa von Israilovs Tochter verbunden und fröhlich gefeiert: In einer rund einstündigen Zeremonie in der Synagoge vollendete der Wiener Rabbiner Moshe Israilov die Tora-Rolle, indem er die letzten Buchstaben hinzufügte. Andere Rabbiner und Mitglieder der bucharischen Gemeinde gingen ihm dabei zur Hand. Damit war die Tora-Rolle eröffnet. Danach gab es einen von einer Musik-Kapelle angeführten Umzug durch die Umgebung der Synagoge, bei dem der silberne Behälter mit der Rolle immer wieder in die Höhe gehalten wurde. Viele Passanten bestaunten das fröhliche Spektakel, einzelne davon schlossen sich spontan dem Umzug an.

Bild ganz oben: Die Jüdische Gemeinde bricht mit der neuen Tora-Rolle zum Umzug durch die Nachbarschaft auf.

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