Düsseldorf Politik

Neuer CDU-Kanzlerkandidat gefordert

Düsseldorf. Die Kritik vieler Christdemokraten an den Ergebnissen der Koalitionsverhandlungen reißt nicht ab. „Die jetzige Situation zeigt deutlich, dass Angela Merkel ihr eigener Machterhalt wichtiger ist als das Land oder die Partei“, meint der JU-Kreisvorsitzende Ulrich Wensel. „Jetzt wäre der Zeitpunkt für einen neuen Kandidaten.“

Ulrich Wensel (Bild: NRW.direkt)

Nach den enttäuschenden Ergebnissen, die in den Koalitionsverhandlungen mit der SPD erzielt wurden, brodelt es in der Union erneut. Insbesondere jene CDU-Politiker, die bereits nach der Bundestagswahl Kritik an der Parteivorsitzenden Angela Merkel geübt hatten, fühlen sich durch die am Mittwoch bekannt gewordenen und in großen Teilen der Basis als desaströs wahrgenommenen Ergebnisse bestätigt.

Dazu gehört auch die Junge Union (JU) in Düsseldorf. Der JU-Kreisverband machte bereits im November mit einer an Merkel gerichteten Rücktrittsforderung bundesweite Schlagzeilen. „Daher fordert die JU Düsseldorf den sofortigen Rücktritt der Kanzlerin vom CDU-Parteivorsitz und spricht sich im Falle von Neuwahlen gegen eine erneute Kandidatur Merkels als Spitzenkandidatin aus. Die Junge Union möchte mit diesem Beschluss dem Niedergang der stolzen Volkspartei CDU entgegenwirken“, hieß es damals. Für den JU-Kreisvorsitzenden Ulrich Wensel hatte diese Forderung eine von Merkel-Anhängern initiierte öffentliche Schlammschlacht, aber auch großen Zuspruch von enttäuschten Mitgliedern und Wählern zur Folge.

Im Gespräch mit unserer Redaktion betonte Ulrich Wensel am Samstag, auch weiterhin an diesen Forderungen festzuhalten. „Die jetzige Situation zeigt deutlich, dass Angela Merkel ihr eigener Machterhalt wichtiger ist als das Land oder die Partei. Jetzt wäre der Zeitpunkt für einen neuen Kandidaten, beispielsweise Friedrich Merz, das Heft in die Hand zu nehmen und die Union in eine Minderheitsregierung zu führen.“ Über die Ergebnisse, die die Union in den Koalitionsverhandlungen mit der SPD erzielt habe, sei er „zutiefst schockiert“, sagte Wensel. (ph)

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