Düsseldorf Wirtschaft und Verkehr

Niki Lauda stellt seine neue Airline vor

Düsseldorf. Niki Lauda stellte am Dienstag seine neue Airline „Laudamotion“ vor. Kurz vor seinem Besuch in der Landeshauptstadt wurde bekannt, dass Ryanair die Mehrheit an der neuen Fluglinie übernehmen soll. Droht der marktbeherrschenden Stellung von Eurowings in Düsseldorf damit unerwartete Konkurrenz?

Am Dienstagvormittag kam der dreifache Formel-1-Weltmeister Niki Lauda nach Düsseldorf, um seine neue Fluggesellschaft „Laudamotion“ vorzustellen. Laudamotion ist die Nachfolge-Airline der von Lauda gegründeten ehemaligen Air-Berlin-Touristiktochter NIKI. Von der Unterstützung durch die Bundesregierung beflügelt, wollte sich der Lufthansa-Konzern NIKI nach der Insolvenz von Air Berlin einverleiben. Das scheiterte aber am Widerstand der EU-Kommission.

Bis Juni will Laudamotion insgesamt sechs Airbus-Flugzeuge in Düsseldorf stationieren. Dabei kooperiert die neue Airline mit Condor. „Wir haben einen Beförderungsvertrag mit Condor abgeschlossen. Der deutsche Ferienflieger wird neben der Vermarktung der Laudamotion Flüge auch ausgewählte operationelle Funktionen, wie die Verkehrsleitstelle oder die Crewplanung, als Dienstleister für Laudamotion übernehmen“, erklärte Niki Lauda, der für Laudamotion als Geschäftsführer tätig ist.

Bereits ab 59,99 Euro inklusive Gepäck, Steuern und Gebühren für die einfache Strecke bietet Laudamotion ab Sonntag eine tägliche Verbindung zwischen Düsseldorf und Palma de Mallorca an. Jeden Donnerstag und Samstag wird Ibiza bedient und in Malaga landen Ferienreisende ab Düsseldorf immer am Montag, Mittwoch, Freitag und Sonntag. Weitere Ziele auf den Kanaren sowie in Griechenland und Portugal runden das Laudamotion-Angebot ab. Bis zum Sommer werden die Frequenzen nach Palma de Mallorca auf bis zu sechs Flüge pro Tag aufgestockt.

Mit Ryanair im Rücken zum Lufthansa-Konkurrenten?

Nur kurz vor Laudas Besuch in Düsseldorf wurde bekannt, dass die irische Fluggesellschaft Ryanair die Mehrheit an Laudamotion übernehmen soll. Vorerst übernehmen die Iren 24,9 Prozent an Laudamotion. Wenn die EU-Wettbewerbshüter dem zustimmen, soll der Anteil auf 75 Prozent aufgestockt werden. Den Geschäftsaufbau von Laudamotion wollen die Iren mit 50 Millionen Euro und dem Wet-Lease von sechs Boeing-Jets unterstützen. Dabei soll Niki Lauda Geschäftsführer von Laudamotion bleiben.

Damit bekommt Ryanair auch Zugriff auf Start- und Landerechte an begehrten deutschen Flughäfen. Dem Lufthansa-Konzern, dessen Billigtochter Eurowings den Markt in Düsseldorf seit der Insolvenz von Air Berlin dominiert, könnte damit ein schärferer Preiskampf drohen als bislang gedacht. Niki Lauda nutzte seinen Besuch in Düsseldorf schon einmal für eine entsprechende Kampfansage: „Ich stehe für Wettbewerb und jeder weiß, dass ich Monopolen kritisch gegenüberstehe“, sagte der 68-Jährige. „Ich bin nicht hier hergekommen, um abzutreten, sondern um richtig anzufangen.“ (ph)

Bild: Niki Lauda (Mitte), links Ralf Teckentrup, Vorsitzender der Geschäftsführung von Condor, rechts der Düsseldorfer Flughafen-Chef Thomas Schnalke. Bildrechte: Laudamotion

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