Düsseldorf Politik

Notunterkunft in Bergischer Kaserne?

Düsseldorf. Soll in der Bergischen Kaserne ab Juni eine Notunterkunft für 1.000 Asylbewerber betrieben werden? Im November hatte das Innenministerium bereits einem solchen Vorhaben zugestimmt.

Die Bergische Kaserne (Bild: NRW.direkt)

Die Bergische Kaserne (Bild: NRW.direkt)

Auf dem Gelände der Bergischen Kaserne soll eine Notunterkunft des Landes für 1.000 Asylbewerber geplant sein. Die Notunterkunft soll nach Informationen von NRW.direkt am 1. Juni für zweieinhalb Jahre in Betrieb genommen werden. Eine offizielle Bestätigung steht jedoch noch aus; in der Landeshauptstadt machen derzeit uneinheitliche Informationen dazu die Runde.

In der 1937 von der Wehrmacht für die Luftwaffe gebauten Bergische Kaserne in Düsseldorf-Hubbelrath lebten und dienten nach dem Krieg rund 1.500 Soldaten der Bundeswehr. Zuletzt waren dort aber nur noch ein Musik-Korps sowie Sanitäter untergebracht. Lange Zeit waren die Gebäude der Kaserne als mögliche Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Gespräch. Dies wurde jedoch wegen zu hoher Kosten wieder verworfen. Im November stimmte das Innenministerium dem Vorhaben zu, auf einer Freifläche der Kaserne winterfeste Leichtbauhallen für bis zu 1.000 Asylbewerber zu errichten. Zu diesem Zeitpunkt war von Kosten im „niedrigen einstelligen Millionenbereich“ die Rede. Zur Umzäunung der militärischen Anlagen wäre eine sechsstellige Summe notwendig.

Bürgerinitiative fordert gleichmäßige Verteilung

Die Debatte über eine mögliche Nutzung der Kaserne für die Unterbringung von Asylbewerbern führte bereits im letzten Jahr zur Gründung einer Bürgerinitiative, die eine Konzentration von Asylsuchenden im Stadtbezirk 7 befürchtet. Zuletzt forderte die Initiative eine gleichmäßige Verteilung der Asylbewerber in möglichst kleinen Einrichtungen sowie „eine zeitnahe Bebauung der Bergischen Kaserne entsprechend der bereits 2005 beschlossenen Planung mit niedriggeschossiger Bebauung, Nahversorgungszentrum, Kindertagestätte und Sportplätzen statt der Errichtung einer Zeltstadt für Flüchtlinge“. Die charakteristischen Gebäude sollen nach Meinung der Bürgerinitiative unter Denkmalschutz gestellt werden. (ph)

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