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Oberbürgermeister wollen aus Seenot gerettete Migranten aufnehmen

Düsseldorf/Köln/Bonn. Die Oberbürgermeister der drei Städte wollen weitere Migranten aufnehmen und fordern die Wiederaufnahme der privaten Seenotrettung im Mittelmeer. Dies erklärten sie am Donnerstag in einem gemeinsamen Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Thomas Geisel (Bild: NRW.direkt)

In dem gemeinsamen Schreiben bieten die Städte Düsseldorf, Köln und Bonn der Bundesregierung an, aus Seenot gerettete Migranten aufnehmen zu wollen. Dabei setzen sich die Oberbürgermeister der drei Städte auch dafür ein, die private Seenotrettung im Mittelmeer aus humanitären Gründen wieder zu ermöglichen.

„Wir wollen ein Signal für Humanität, für das Recht auf Asyl und für die Integration Geflüchteter setzen“, sagten Henriette Reker (Köln), Thomas Geisel (Düsseldorf, SPD) und Ashok Sridharan (Bonn, CDU). „Wir stimmen mit Ihnen überein, dass es eine europäische Lösung für die Aufnahme, die Asylverfahren sowie die Integration oder die Rückführung von Geflüchteten geben muss. Bis eine europäische Lösung mit allen Beteiligten vereinbart ist, ist es dringend geboten, die Seenotrettung im Mittelmeer wieder zu ermöglichen und die Aufnahme der geretteten Menschen zu sichern. Unsere Städte können und wollen in Not geratene Flüchtlinge aufnehmen – genauso wie andere Städte und Kommunen in Deutschland es bereits angeboten haben“, heißt es in dem Brief an die Kanzlerin weiter.

Im Juni ertranken 629 Menschen auf dem Weg über das Mittelmeer nach Europa, „unter anderem als unmittelbare Folge der Behinderung und Kriminalisierung von privaten Initiativen zur Seenotrettung“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Düsseldorf. Die private Seenotrettung im Mittelmeer ist politisch hochumstritten. Dabei werden Migranten, die sich zumeist mit Hilfe von Schlauchbooten auf den Weg nach Europa gemacht haben, vor der Küste Nordafrikas aufgegriffen und dann von den privaten Rettern in EU-Länder gebracht. Kritiker sehen darin eine Form der Schleuserei. Italien und Malta reagierten zuletzt mit restriktiven Maßnahmen gegen die privaten Retter. (ph)

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