Monheim am Rhein Nachrichten

Öffentliches Fastenbrechen angekündigt

Monheim am Rhein. Stadt, Integrationsrat und verschiedene muslimische Gemeinden laden am Samstagabend zu einem öffentlichen Fastenbrechen in der Innenstadt. Im letzten Jahr war Monheim wegen mit Steuergeldern finanzierten Grundstücken für zwei Moschee-Gemeinden in den Schlagzeilen.

Daniel Zimmermann (Bild: NRW.direkt)

Wie die Stadt Monheim mitgeteilt hat, findet am kommenden Samstag auf der Krischerstraße zwischen der Mittelstraße und dem Kreisverkehr Kirchstraße ein öffentliches Fastenbrechen statt. Beginn des kleinen Bühnenprogramms ist um 20 Uhr. Das gemeinsame kostenlose Fastenbrechen beginnt bei Sonnenuntergang um 21 Uhr 50. Ausklang ist gegen 22 Uhr 30. Bei gutem Wetter rechnen die Initiatoren mit bis zu 1.000 Besuchern. Hintergrund ist der muslimische Fastenmonat Ramadan, der am Samstag begonnen hat. Für einen Teil der Krischerstraße kündigte die Stadt bereits Sperrungen an. Die dort verkehrenden Buslinien 788 und 789 sollen ab 15 Uhr Umleitungen fahren.

Auch die Katholische Kirche in Monheim wirbt auf ihrer Internet-Seite für das öffentliche Fastenbrechen. Dort ist die Rede davon, dass dieses von „jungen muslimischen Gemeindemitgliedern“ organisiert werde und „ein friedliches Miteinander als gelebte Wirklichkeit erreichen“ sowie den „interreligiösen Dialog erweitern“ soll. In der Einladung dazu sind auch weitere interkulturelle Veranstaltungen angekündigt; so soll 2018 in Monheim ein gemeinsames Weckmannessen stattfinden, „bei dem der Gedanke des Teilens im Vordergrund steht“. Diese Veranstaltung soll dann von den christlichen Kirchengemeinden organisiert werden.

In der Liste der Unterstützer und Förderer des öffentlichen Fastenbrechens sind neben der Stadtverwaltung und dem Integrationsrat unter anderem auch das Bildungszentrum der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) sowie die Osman-Gazi-Moschee genannt. Letztere gehört zum der türkischen Religionsbehörde Diyanet unterstehenden Dachverband DITIB und ist nach dem Begründer des Osmanischen Reiches benannt.

Steuergelder für die DITIB-Gemeinde

Im letzten Jahr war Monheim bundesweit in den Schlagzeilen, weil Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) dafür gesorgt hatte, dass zwei islamische Gemeinden der Stadt jeweils rund 400.000 Euro Steuergelder als Zuschuss für die für Moschee-Neubauten erforderlichen Grundstücke bekommen. Bei einer davon handelte es sich um die DITIB-Gemeinde.

Die teilweise wütenden Proteste gegen sein Vorhaben erklärte Daniel Zimmermann gegenüber der Deutschen Presse-Agentur damit, dass „Rechtsradikale“ gegen ihn Stimmung machen würden. Einem von CDU und SPD initiierten Bürgerbegehren gegen die Finanzierung der Grundstücke mit Steuergeldern kam er im November 2016 mit der Unterzeichnung des ersten Kaufvertrages zuvor. Kritik an der DITIB wies Zimmermann bis zuletzt leidenschaftlich zurück. Seinen Aufruf zur Teilnahme an der nordrhein-westfälischen Landtagswahl aber begründete er am 11. Mai auf seiner Facebook-Seite mit der Aussage: „Ich gehe wählen, weil ich verhindern will, dass Rechtspopulisten die Gesellschaft spalten.“ (ph)

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