Monheim am Rhein Nachrichten

Öffentliches Fastenbrechen in Monheim?

Monheim am Rhein. Wird es in diesem Jahr während des Ramadan ein öffentliches Fastenbrechen geben? Am Donnerstag wird sich der Integrationsrat damit befassen. Zuletzt war die kleine Stadt wegen mit Steuergeldern finanzierten Grundstücken für zwei Moschee-Gemeinden in den Schlagzeilen.

Daniel Zimmermann (Bild: NRW.direkt)

Wie die Stadt Monheim am Freitag mitgeteilt hat, gibt es Überlegungen, am 3. Juni ab dem Nachmittag bis in den späten Abend auf der Krischerstraße ein öffentliches Fastenbrechen stattfinden zu lassen. Die Idee dazu soll von „engagierten Mitbürgern“ gekommen sein. Bei gutem Wetter rechnen die Initiatoren mit bis zu 1.000 Besuchern. Hintergrund ist der muslimische Fastenmonat Ramadan. Mit dem öffentlichen Fastenbrechen soll das muslimische Ritual „einer breiten Öffentlichkeit veranschaulicht werden“, hieß es in der Mitteilung. Neben Gesprächen und gemeinsamem Essen soll den Gästen auch ein kleines Bühnenprogramm geboten werden. Am nächsten Donnerstag wird sich der Integrationsrat der Stadt mit dem Projekt befassen.

Zuletzt war Monheim in den Schlagzeilen, weil Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) im letzten Jahr dafür gesorgt hat, dass zwei islamischen Gemeinden der Stadt jeweils rund 400.000 Euro Steuergelder als Zuschuss für die für Moschee-Neubauten erforderlichen Grundstücke bekommen. Bei einer der beiden Gemeinden handelt es sich um die des der türkischen Religionsbehörde Diyanet unterstehenden Moschee-Dachverbandes DITIB.

Zimmermann und seine Peto-Partei gegen den Rest der Stadt?

Bei der Verwirklichung seines Vorhabens stieß der erst 34-jährige Bürgermeister fast die ganze Stadt vor den Kopf: Namhafte Kritiker kamen bei den Debatten darüber erst gar nicht zu Wort. Die Proteste gegen sein Vorhaben erklärte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur damit, dass „Rechtsradikale“ gegen ihn Stimmung machen würden. CDU-Anhänger provozierte er, indem er christliche und muslimische Märtyrer gleichsetzte. Einem von CDU und SPD initiierten Bürgerbegehren gegen die Finanzierung der Grundstücke mit Steuergeldern kam Zimmermann Anfang November mit der Unterzeichnung des ersten Kaufvertrages zuvor.

Kritik an der DITIB wies Daniel Zimmermann bis zuletzt leidenschaftlich zurück. Die Monheimer DITIB-Gemeinde freute sich und teilte ihre Wünsche bereits Anfang September in einem an die Parteien verschickten „Raumprogramm“ mit. Laut der Rheinischen Post soll darin von einem Gebetssaal für 800 Personen, einer Wohnung für Imam und Hausmeister, acht Schulungsräumen, einer Teestube für 100 bis 150 Menschen, einem Konferenzsaal für 400 Menschen, Spiel- und Hobbyräumen für Kinder sowie einem Geschäft für halales Essen die Rede gewesen sein. (ph)

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