Düsseldorf Justiz Neuss

Öffentlichkeit von IS-Prozess ausgeschlossen

Düsseldorf/Neuss. Am Donnerstag begann ein weiterer Prozess gegen zwei mutmaßliche IS-Helfer. Beide sollen einen Jihadisten bei dessen Planungen eines Anschlags auf Soldaten unterstützt haben. Wegen des Alters der Angeklagten findet das Verfahren ohne Zuschauer und Presse statt.

Dem 22-jährigen Kevin T. sowie der 17-jährigen Amal E. werden vorgeworfen, die Terror-Organisation Islamischer Staat (IS) unterstützt zu haben. Dem im Januar 2017 in Neuss festgenommenen T. wird darüber hinaus die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat angelastet.

Kevin T. soll im November und Dezember 2016 den in Österreich verhafteten Jihadisten ‚Abu Chaker‘ alias Lorenz K. bei dessen Planung eines Sprengstoffanschlages unterstützt haben. Das Duo soll im Dezember 2016 auch Probesprengungen in einem Neusser Park vorgenommen haben. K. soll einen Selbstmordanschlag auf Soldaten in Deutschland geplant haben, vermutlich auf der US-Luftwaffenbasis Ramstein in Rheinland-Pfalz. Amal E. soll K. im Dezember 2016 in Neuss nach islamischem Recht geheiratet haben. Mit dem Verkauf ihres Mobiltelefons soll sie ihm Barmittel beschafft haben, damit er Bauteile für den geplanten Sprengsatz kaufen konnte.

Da Amal E. noch nicht volljährig ist und Kevin T. zum Tatzeitpunkt als sogenannter Heranwachsender galt, entschied der 7. Strafsenat des Düsseldorfer Oberlandesgerichts (OLG) unter dem Vorsitzenden Richter Lars Bachler zu Beginn der Hauptverhandlung am Donnerstag, die Öffentlichkeit von diesem Prozess auszuschließen. Auch die für den 11. Juni geplante Urteilsbegründung soll unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgen, berichtete die Neuß-Grevenbroicher Zeitung. Der Prozess wird im Hochsicherheits-Gebäude des OLG durchgeführt. (ph)

Bild: Der Hochsicherheits-Gerichtssaal des OLG Düsseldorf. Bildrechte: NRW.direkt

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