Bonn Politik

Offene Fragen zur Bonner Vergewaltigung

Bonn. Die brutale Vergewaltigung in der Siegaue wird jetzt auch den Landtag beschäftigen. Der FDP-Politiker Joachim Stamp will wissen, warum von den Betreuern des tatverdächtigen Asylbewerbers während der Fahndungsmaßnahmen kein Hinweis gekommen ist.

Joachim Stamp (Bild: NRW.direkt)

In einer am Dienstag veröffentlichten Kleinen Anfrage an die Landesregierung warf der Bonner FDP-Landtagsabgeordnete Joachim Stamp unter anderem die Frage auf, wie viele Betreuer oder sonstige Mitarbeiter der Asylbewerberunterkunft für den Tatverdächtigen zuständig waren. Weiter will Stamp wissen, warum von den Betreuern „trotz fünftägiger extensiver, bundesweiter Fahndung mit einem Phantombild, das dem Tatverdächtigen so sehr ähnelte, dass er von zufällig vorbeikommenden Fußgängern identifiziert werden konnte“, kein Hinweis gekommen sei, „der eine frühere Festnahme hätte ermöglichen können“.

Am 2. April wurde in der Bonner Siegaue ein junges Paar beim Zelten überfallen, die 23-jährige Frau wurde vergewaltigt. Fast eine Woche lang wurde bundesweit mit einem Phantombild nach dem sehr auffälligen Afrikaner gefahndet. Anhand dieses Bildes wurde der Mann am Samstag in der Beueler Rheinaue von Spaziergängern entdeckt. Nach einer kurzen Flucht ließ er sich widerstandslos von der Polizei festnehmen, ein Richter erließ Haftbefehl. Ein DNA-Abgleich erhärtete den Tatverdacht. Der aus Ghana stammende Mann schwieg bislang zu dem Tatvorwurf.

Medienberichten zufolge war der Mann Anfang Februar aus Italien nach Deutschland eingereist. Am 9. Februar wurde er in Kassel festgenommen und dann über Dortmund in die Zentrale Unterbringungseinrichtung des Landes nach Sankt Augustin geschickt. Am 23. März wurde sein Asylantrag abgelehnt. Nur einen Tag später reichte der Mann beim Verwaltungsgericht Köln Klage gegen den Ablehnungsbescheid ein. Ghana gilt als sicheres Herkunftsland. (ph)

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