Märkischer Kreis Politik

Parteien verurteilen Attentat scharf

Düsseldorf/Altena. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zeigte sich erschüttert über das Messer-Attentat auf den Bürgermeister von Altena, Andreas Hollstein. „In NRW ist kein Platz für Hass und Gewalt“, sagte Laschet. Die AfD-Fraktion verurteilte das Attentat mit scharfen Worten: „Wir verabscheuen eine solche Tat zutiefst. Es gibt keine Rechtfertigung dafür“, sagte deren Vorsitzender Markus Wagner.

Armin Laschet (Bild: NRW.direkt)

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zeigte sich erschüttert über das Messer-Attentat auf den Bürgermeister von Altena: „Diese Gewalt in unserem Land gegenüber ehrenamtlich Tätigen, gegen Bürgermeister, die sich um das Wohl ihrer Stadt kümmern, ist verabscheuungswürdig“, wurde Laschet in mehreren Medien zitiert. „Es ist gut, dass der Täter dingfest gemacht wurde. Die Ermittlungsbehörden gehen von einem politischen Hintergrund aus. Klar ist: In Nordrhein-Westfalen ist kein Platz für Hass und Gewalt. Die Vielfalt ist Kennzeichen unseres Landes.“

Die AfD-Landtagsfraktion schloss sich der Bewertung der Landesregierung an, dass es sich bei dem Attentat auf Andreas Hollstein um eine schwere politische Straftat handelt. „Ob dies (die Flüchtlingspolitik des Altenaer Bürgermeisters, Anm. d. Red.) tatsächlich im Sinne der Bürger ist oder lediglich einer ideologischen Maxime folgt, kann und muss man sogar ernsthaft debattieren – allerdings rein verbal im politischen Dissens, aber niemals mit anderen, gar gewalttätigen Mitteln“, hieß es in einer Mitteilung der Fraktion. „Gerade wir in der AfD sind häufig politisch motivierten Angriffen durch Extremisten ausgesetzt. Doch nicht nur deshalb verabscheuen wir diese Tat zutiefst. Es gibt keine Rechtfertigung für solche Taten“, sagte deren Fraktionsvorsitzender Markus Wagner.

Attentäter bislang nur durch Trunkenheitsdelikte aufgefallen

Der 57-Jährige Bürgermeister Andreas Hollstein wurde am Montagabend in einem Dönergrill in der Innenstadt von Altena mit einer 22 Zentimeter langen Klinge angegriffen. Der Attentäter, ein 56-jähriger Deutscher, war alkoholisiert und hatte Hollstein zuvor wegen seiner Politik beschimpft. Nach der Tat habe er gestanden, wegen Hollsteins Engagement für Flüchtlinge gehandelt zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord vor, sagte Oberstaatsanwalt Gerhard Pauli laut eines Medienberichts. Der 56-Jährige habe in Tötungsabsicht und aus niederen Beweggründen gehandelt.

Bislang war der Mann, gegen den am Dienstagnachmittag Haftbefehl erlassen wurde, lediglich durch Trunkenheitsdelikte aufgefallen. Bei dem Attentat erlitt Andreas Hollstein eine 15 Zentimeter lange Stichwunde am Hals, die verklebt wurde. Auch ein Mitarbeiter des Dönergrills, der Hollstein zu Hilfe eilte, wurde leicht verletzt.

Der CDU-Politiker Andreas Hollstein gilt als Verfechter einer sehr liberalen Flüchtlingspolitik. Altena wurde bundesweit bekannt, weil es mehr Flüchtlinge aufnimmt, als es nach dem nordrhein-westfälischen Verteilerschlüssel müsste. Im Mai war der Ort im Sauerland deswegen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Nationalen Integrationspreis ausgezeichnet worden. Eine große Zeitung bezeichnete Altena damals als „die Stadt, die Flüchtlinge liebt“. Am Dienstag aber berichtete dieselbe Zeitung, durch Altena „verlaufe ein Riss“. (ph)

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