Münster Nachrichten

Polizei räumt besetztes Haus

Münster. Am Montag räumte die Polizei ein zwei Tage zuvor von Linksextremisten besetztes Haus. Daraufhin bewarfen Sympathisanten der Besetzer die Beamten mit Flaschen. Dabei wurden zwei Polizisten verletzt.

Wie die Polizei mitgeteilt hat, wurde das ehemalige Postgebäude am Hansaring am Montagmittag geräumt. „Der Eigentümer des Gebäudes hat Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung erstattet“, so Polizeidirektor und Einsatzleiter Martin Mönnighoff. „Die Hausbesetzung ist rechtswidrig. Diesen Zustand haben wir heute beendet.“

Im Gebäude und dem angrenzenden Innenhof trafen die Beamten insgesamt 38 Personen an. „Alle kamen der Aufforderung zum Verlassen des Objektes nach“, sagte Mönnighoff. „Dennoch haben die Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruch Bestand.“ 29 Männer sowie neun Frauen wurden von der Polizei zur Personalienfeststellung und erkennungsdienstlichen Behandlung vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Während der Räumung versammelten sich in der Zufahrt zum alten Postgebäude und auf dem Hansaring bis zu 100 Sympathisanten der Hausbesetzer. Einige bauten mit mehreren Einkaufswagen Barrikaden und warfen Mülltonnen auf die Fahrbahn, um damit die Abfahrt der Polizeifahrzeuge zu verhindern. Mehrfache Aufforderungen der Polizei, den Bereich zu räumen, wurden ignoriert. Stattdessen gingen „etliche“ Sympathisanten auf die eingesetzten Beamten los und bewarfen diese mit Flaschen. Dabei wurden zwei Polizisten am Kopf getroffen und verletzt. Beide blieben aber dienstfähig. Ein 22-jähriger Mann wurde festgenommen.

Spontaner Protest vor dem Präsidium

Etwa 130 Sympathisanten der Hausbesetzer machten sich gegen 16 Uhr auf den Weg zum Polizeipräsidium am Friesenring. In einer spontan angemeldeten Versammlung protestierten sie gegen die polizeilichen Maßnahmen. Vor dem Präsidium äußerte sich dieser Protest in einer Tanzdarbietung zu lautstarker Partymusik. Dadurch kam es zu Verkehrsbehinderungen, der Friesenring zwischen Jahnstraße und Grevener Straße musste für die Dauer einer Stunde gesperrt werden. „Die notwendige Räumung des besetzten Hauses ging einher mit den zu erwartenden Protesten“, sagte Mönnighoff abschließend. „Insgesamt leiten wir 45 Strafverfahren, unter anderem wegen Hausfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, gefährlicher Körperverletzung, Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz, Beleidigung und Sachbeschädigung durch Graffiti ein.“

Linksextremisten hatten das Gebäude am Samstag besetzt. „Wir brauchen Raum, deshalb nehmen wir dieses Gebäude“, lautete ihre Begründung auf dem Internet-Portal Indymedia. Die Linken wollten in dem Gebäude insbesondere für Refugees (deutsch: Flüchtlinge) ein „soziales Zentrum“ errichten, in dem „diskriminierende Strukturen abgebaut werden“. (ph)

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