Düsseldorf Justiz

Prozess gegen mutmaßliche Altstadt-Attentäter

Düsseldorf. Vor dem Oberlandesgericht begann am Mittwoch der Prozess gegen drei der vier mutmaßlichen Altstadt-Attentäter. Die Anwälte des Hauptangeklagten Saleh A. beklagten, ihr Mandant sei von Mithäftlingen bedroht worden.

Saleh A. wartet auf seinen Prozess (Bild: NRW.direkt)

Die Bundesanwaltschaft wirft den drei Männern vor, für die Terror-Organisation Islamischer Staat (IS) einen Anschlag in Düsseldorf geplant zu haben. So sollten zunächst zwei Selbstmord-Attentäter in der Altstadt Sprengwesten zünden. Anschließend sollten weitere Attentäter an den Ausgängen der Altstadt möglichst viele flüchtende Passanten erschießen. Außerdem sollen Saleh A. und Hamza C. mehrere Flüchtlinge nach Europa geschleust haben, um Möglichkeiten zur illegalen Einreise zu erkunden.

Die Gruppe flog auf, weil sich der 30-jährige Saleh A. im Februar 2016 in Paris den Behörden stellte. Zuvor lebte er zehn Monate in einer Asylbewerberunterkunft in Kaarst. Ende September 2016 wurde er nach Deutschland ausgeliefert. Hamza C. wurde in einer Asylbewerberunterkunft in Brandenburg verhaftet. Mahood B., der dritte Angeklagte, war in einer Flüchtlingsunterkunft in Mülheim-Styrum untergebracht. Abd Arahman A.-K., der vierte mutmaßliche Attentäter, wurde in einer Asylbewerberunterkunft in Baden-Württemberg festgenommen. Ihn erwartet ein gesondertes Verfahren.

Beim Prozessauftakt gaben die Verteidiger von Saleh A. an, ihr Mandant sei in der Justizvollzugsanstalt Wuppertal von Mithäftlingen bedroht worden. Falls er aussage, würde seiner Tochter etwas angetan. Die Vorsitzende Richterin Barbara Havliza bat darum, dem nachzugehen. Dann machte Saleh A. ausführliche Angaben zu seiner Person. Dabei stellte er sich als nicht religiös motivierten Widerstandkämpfer gegen den syrischen Machthaber Baschar Al-Assad dar. Am Donnerstag will sich der Syrer zu den Vorwürfen äußern. Seine Mitangeklagten sprachen beim Prozessauftakt davon, zunächst falsche Angaben über ihre Identität gemacht zu haben. Hamza C. sagte, er sei Algerier. Mahood B. gab an, Jordanier zu sein. Bislang waren beide den Behörden ebenfalls als Syrer bekannt. Bis Dezember sind zunächst 36 Verhandlungstage angesetzt. (ph)

Print Friendly, PDF & Email