Düsseldorf Geplanter IS-Anschlag in Düsseldorf? Justiz

Prozess gegen mutmaßliche IS-Zelle

Düsseldorf. Am 5. Juli beginnt der Prozess gegen drei der vier Islamisten, die im Auftrag des IS ein Blutbad in der Altstadt geplant haben sollen. Vorsitzende Richterin wird Barbara Havliza. Die für Staatsschutz-Delikte zuständige Juristin gilt als konsequenteste Richterin des OLG.

Wie das Oberlandesgericht Düsseldorf (OLG) am Donnerstag mitgeteilt hat, beginnt am 5. Juli vor dem 6. Strafsenat unter der Vorsitzenden Richterin Barbara Havliza der Prozess gegen den 25-jährigen Saleh A., den 27-jährigen Hamza C. sowie den 25-jährigen Mahood B. Die Bundesanwaltschaft wirft den drei Syrern vor, für die Terror-Organisation Islamischer Staat (IS) einen Anschlag in Düsseldorf geplant zu haben.

Flüchtende Passanten sollten erschossen werden

Nach der Vorstellung von Saleh A. sollten zunächst zwei Selbstmord-Attentäter an der Bolkerstraße oder der Andreasstraße Sprengwesten zünden. Anschließend sollten weitere Attentäter an den Ausgängen der Altstadt im Bereich der Flinger Straße, der Mühlenstraße, der Heinrich-Heine-Allee sowie der Hunsrückenstraße möglichst viele flüchtende Passanten mit Gewehren erschießen.

Saleh A. stellte sich den französischen Behörden

Laut Anklage sollte der Anschlag durch den Verkauf eines Videos an den Vatikan finanziert werden, das einen vom IS entführten Priester zeigte. Außerdem sollen Saleh A. und Hamza C. mehrere Flüchtlinge nach Europa geschleust haben, um Möglichkeiten zur illegalen Einreise zu erkunden. Die Gruppe flog jedoch auf, weil sich Saleh A. im Februar 2016 in Paris den Behörden stellte. Zuvor lebte er zehn Monate in einer Asylbewerberunterkunft in Kaarst. Ende September 2016 wurde er nach Deutschland ausgeliefert.

Hamza C. wurde in einer Asylbewerberunterkunft in Brandenburg verhaftet. Mahood B. war in einer Flüchtlingsunterkunft in Mülheim-Styrum untergebracht und wurde von SEK-Kräften in der Mülheimer Innenstadt überwältigt. Abd Arahman A.-K., der vierte mutmaßliche Attentäter, wurde in einer Asylbewerberunterkunft in Baden-Württemberg festgenommen. Ihn erwartet ein gesondertes Verfahren.

Barbara Havliza gilt im Bereich der Staatsschutz-Delikte trotz ihres stets freundlichen Tonfalls als härteste und konsequenteste Richterin des OLG Düsseldorf. Beobachter gehen davon aus, dass der Prozess unter ihrem Vorsitz straff geführt wird. Termine wurden bis zum 21. Dezember vergeben. Verhandelt wird nicht im Hauptgebäude des OLG, sondern im als „Terror-Bunker“ bezeichneten Hochsicherheits-Gerichtssaal in der Nähe des Düsseldorfer Medienhafens.

Bild: Der Hochsicherheits-Gerichtssaal des OLG. Bildrechte: NRW.direkt

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