Düsseldorf Justiz Lau-Prozess Mönchengladbach

Prozess gegen Sven Lau geht weiter

Düsseldorf/Mönchengladbach. Beim Prozess gegen den Salafisten-Prediger Sven Lau wurde am Mittwoch die Beweisaufnahme wieder eröffnet. Grund der neuen Entwicklung sind Hilfsbeweisanträge, die Laus Anwalt Mutlu Günal bei seinem Plädoyer gestellt hat. Jetzt wird von einem Urteil im Juli ausgegangen.

Bereits in der letzten Woche wurden beim Prozess gegen Sven Lau die Plädoyers vorgetragen. Dabei hatte die Bundesanwaltschaft für den ehemaligen Mönchengladbacher Salafisten-Chef eine Gesamtfreiheitsstrafe in Höhe von sechs Jahren und sechs Monaten wegen vierfacher Unterstützung einer in Syrien aktiven Terror-Organisation gefordert. Die Ankläger betrachten es als erwiesen, dass der 36-jährige Sven Lau „den gewaltsamen Jihad unter Ausnutzung seiner Stellung als Prediger unter dem Deckmäntelchen der humanitären Hilfe von Deutschland aus unterstützt“ habe. Dabei sei er „durch den ebenfalls bundesweit bekannten Prediger Pierre Vogel emotional getragen“ worden.

Sven Laus Anwälte, darunter der Bonner Strafverteidiger Mutlu Günal, plädierten auf Freispruch. Bei seinem Plädoyer stellte Günal drei Hilfsbeweisanträge zur Vernehmung weiterer Zeugen. Hilfsbeweisanträge sind Beweisanträge, die nur im Falle einer beabsichtigten Verurteilung des Angeklagten als gestellt gelten. Diesen Anträgen entsprach der Fünfte Strafsenat des Düsseldorfer Oberlandesgerichts am Mittwoch und trat damit wieder in die Beweisaufnahme ein.

Für die Vernehmung der drei Zeugen, darunter auch zwei bereits verurteilte Islamisten, wurden fünf weitere Verhandlungstermine vergeben. Damit wird der Prozess am 7. Juni fortgesetzt. Jetzt wird von einem Urteil im Juli ausgegangen. (ph)

Bild: Beim Prozessauftakt begrüßt Sven Lau Glaubensbrüder im Zuschauerraum. Bildrechte: NRW.direkt

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