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Prozess um tödliche Messer-Attacke in Viersen

Mönchengladbach/Viersen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit begann am Montag der Prozess gegen den 17-jährigen Matyu K. Ihm wird vorgeworfen, seine 15-jährige Ex-Freundin in einem Park mit einem Messer ermordet zu haben. Das Mädchen hatte sich kurz zuvor von ihm getrennt. Er habe es aber „als sein Eigentum betrachtet“, so die Anklage.

Der gewaltsame Tod der 15-jährige Juliana R. hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt: Das aus Rumänien stammende Mädchen war am 11. Juni am helllichten Tag im Casinogarten in Viersen mit einem 25 Zentimeter langen Messer getötet worden. Der 17-jährige Matyu K. stellte sich einen Tag später mit seiner Anwältin bei der Polizei. Daraufhin wurde Haftbefehl wegen Mordes gegen den Bulgaren erlassen.

Das getötete Mädchen hatte sich wenige Tage vor der Tat von ihm getrennt. Ermittlern zufolge hatte der 17-Jährige die Tat Freunden gegenüber auf Whatsapp angekündigt. „Sollte die einen neuen Freund haben, dann bringe ich die um“, soll er in einer Sprachnachricht gesagt haben.

Hasskommentare und Verunglimpfungen der Kanzlerin

Auf einer Pressekonferenz drei Tage nach der Tat kritisierte der Mönchengladbacher Polizeipräsident Mathis Wiesselmann Hasskommentare und Vorverurteilungen, die es nach der Bluttat im Internet gegeben habe. Dabei sei auch „die Polizeiarbeit herabgewürdigt“ und „die Bundeskanzlerin verunglimpft“ worden.

„Ich verstehe, dass wir in aufgeregten Zeiten leben und dass viele Menschen verunsichert sind“, sagte Wiesselmann. „Vertrauen Sie der Arbeit der Sicherheitsbehörden. Wir wollen, dass die Täter ihre gerechte Strafe bekommen. Vorverurteilungen helfen dabei nicht.“

„Opfer als sein Eigentum betrachtet“

Am Montag begann vor der 1. Großen Jugendkammer des Landgerichts Mönchengladbach unter dem Vorsitzenden Richter Lothar Beckers der Prozess gegen Matyu K. Die Anklage wirft ihm vor, die Tat begangen zu haben, „weil er das Opfer als sein Eigentum betrachtet habe, das sich nicht von ihm abwenden dürfe“. Auch sei das Mädchen bei der Tat arg- und wehrlos gewesen. Damit sind nach Ansicht der Staatsanwaltschaft die Mordmerkmale der Heimtücke sowie der sonstigen niedrigen Beweggründe erfüllt.

Aufgrund des jugendlichen Alters von Matyu K. findet der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Eltern der Getöteten treten in dem Verfahren als Nebenkläger auf. Bis zum 6. Februar hat das Gericht insgesamt acht Termine angesetzt. Im Falle einer der Anklage entsprechenden Verurteilung drohen Matyu K. bis zu zehn Jahre Haft. (ph)

Bild: Der von der Polizei abgesperrte Tatort im Casinogarten in Viersen. Bildrechte: NRW.direkt

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