Düsseldorf Justiz

Prozess wegen vereitelter Abschiebung geplatzt

Düsseldorf. Im November hatte ein guineischer Staatsangehöriger seine Abschiebung vereitelt, indem er im Flugzeug massiv randalierte. Am Donnerstag sollte er deswegen vor dem Amtsgericht angeklagt werden. Die Verhandlung musste jedoch kurzfristig abgesagt werden, weil der 19-Jährige derzeit nicht auffindbar ist. Offensichtlich wurde er nicht in Untersuchungshaft genommen.

Symbolbild: NRW.direkt

Am 16. November 2017 sollte der aus Guinea stammende und heute 19-jährige Dicki B. aus Deutschland abgeschoben werden. Zunächst sollte es, von zwei Polizisten begleitet, mit einem Flugzeug von Düsseldorf nach Lissabon gehen. Aber nachdem der mit Handfesseln versehene B. seinen Sitzplatz zwischen den beiden Polizisten eingenommen habe, sei er plötzlich aufgesprungen, habe sich über die vordere Sitzreihe gebeugt und soll einen dort sitzenden Fluggast mit seinen gefesselten Händen gewürgt haben. Dabei habe der Fluggast leichte Abschürfungen im Halsbereich erlitten. Die Polizisten griffen ein, lösten den Würgegriff mittels Fingerbeugehebel versuchten, den jungen Mann zu seinem Sitzplatz zurückzuziehen.

Dicki B. aber soll starken Widerstand geleistet haben, indem er versucht habe, nach einem der Polizisten und anderen Reisenden zu treten. Den zweiten Polizisten habe er mit gefesselten Händen zu schlagen versucht. Als der Beamte daraufhin seine Hände fixiert hätte, habe Dicki B. versucht, den Polizisten in die Hände zu beißen. Als einer der Polizisten ihn am Boden fixieren wollte, soll der Guineer immer wieder versucht haben, zu schlagen, zu treten und zu beißen. Daraufhin habe der Pilot entschieden, dass Dicki B. und die beiden Polizisten wegen seines massiven Widerstandes nicht befördert werden können und das Flugzeug wieder verlassen müssen.

Am Donnerstag sollte Dicki B. vor dem Amtsgericht Düsseldorf dafür angeklagt werden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vor. Zu einem Prozess wird es aber fürs Erste nicht kommen: Wie eine Gerichtssprecherin am Mittwochnachmittag mitgeteilt hat, musste der Verhandlungstermin wieder aufgehoben werden. Der 19-Jährige sei nicht auffindbar, an die dem Gericht bekannten Adressen konnte keine Ladung zugestellt werden, so die Sprecherin. Offensichtlich wurde der Guineer nach der von ihm selbst vereitelten Abschiebung nicht in Untersuchungshaft genommen.

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