Düsseldorf Politik

Radfahrer fordern „autofreien Sonntag“

Düsseldorf. Der ADFC fordert einen autofreien Sonntag für die Landeshauptstadt noch in diesem Jahr. Dies solle der Bevölkerung vermitteln, wie „menschenfreundlich“ die Innenstadt ohne Autoverkehr sei. Am Mittwoch wird sich die Stadt damit befassen. Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) steht der Forderung aufgeschlossen gegenüber.

Straßenverkehr in Düsseldorf (Bild: NRW.direkt)

Straßenverkehr in Düsseldorf (Bild: NRW.direkt)

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) fordert einen autofreien Sonntag in Düsseldorf noch 2016 als „Testlauf für weitere“ in den kommenden Jahren. Die Straßen der Landeshauptstadt sollen dann ausschließlich Fußgängern und Radfahrern zur Verfügung stehen, Autofahrern soll deren Benutzung an diesem Tag verboten sein.

„Wir bitten die Verwaltung, ein Konzept vorzulegen, wie noch dieses Jahr ein autofreier Sonntag durchgeführt werden kann“, sagte Lerke Tyra, stellvertretende Vorsitzende des ADFC Düsseldorf. „Wir möchten, dass neben der Politik auch Initiativen und Vereine konzeptionell eingebunden werden, so dass ein breites Bündnis die dann notwendigen Einschränkungen des Autoverkehrs an diesem Sonntag mitträgt.“ Tyra ist davon überzeugt, dass ein autofreier Sonntag „Signalwirkung“ habe: „Er kann den Düsseldorferinnen und Düsseldorfer einen Eindruck davon vermitteln, wie menschenfreundlich und entspannt eine Innenstadt ohne Autoverkehr sein kann.“

Hohe Akzeptanz der Bevölkerung?

Am Mittwoch wird sich der „Ausschuss für Anregungen und Beschwerden“ mit der Forderung der Radfahrer-Lobbyistin befassen. Die Stadtverwaltung wies in einer Stellungnahme jedoch vorab darauf hin, dass die Straßenverkehrs-Ordnung keine rechtliche Befugnis zur Anordnung von „pauschalen Fahrverboten im Rahmen von einzelnen autofreien Tagen“ vorsehe. Ein Konzept für einen autofreien Sonntag muss daher mit einer Veranstaltung verbunden und „räumlich klar umgrenzt sein“. Dafür wiederum müsse „eine breite Öffentlichkeit geschaffen und eine hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung erreicht werden“.

Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) griff die Hinweise der Verwaltung bereits auf: Er könnte sich vorstellen, einen autofreien Sonntag mit einem gleichzeitig stattfindenden Großereignis in der Stadt zu koppeln. „Beim Grand Départ der Tour de France sind ohnehin viele Straßen gesperrt, deshalb wäre das ein denkbarer Anlass für einen autofreien Sonntag“, sagte Geisel am Dienstag in der Rheinischen Post. „Auch der Japan-Tag mit Millionen Besuchern könnte ein dafür geeignetes Großereignis sein.“ Dadurch ließe sich die „Aufenthalts- und Lebensqualität in der Stadt“ deutlich steigern, so die Überzeugung des SPD-Politikers. Ob die Bevölkerung das auch so sehen wird, bleibt abzuwarten. (ph)

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