Wirtschaft und Verkehr

Regierung in Sorge vor Air Berlin-Pleite?

Düsseldorf. Air Berlin hat die Veröffentlichung des Geschäftsberichts für 2016 verschoben. In Luftfahrtkreisen wird spekuliert, ob Angela Merkel auf ihrer Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate auch die Situation der wirtschaftlich angeschlagenen Fluglinie ansprechen wird. Air Berlin beschäftigt in Düsseldorf rund 2.300 Mitarbeiter.

Air Berlin hat überraschend die ursprünglich für Donnerstag geplante Veröffentlichung des Geschäftsberichts für 2016 verschoben. Aus „organisatorischen Gründen“ werden die Zahlen für das vergangene Jahr erst am Freitag vorgelegt. Erwartet wird, dass Vorstandschef Thomas Winkelmann eine tiefrote Bilanz vorlegen wird. Im Zeitraum von Januar bis September 2016 musste Air Berlin bereits ein Minus von 317 Millionen Euro verbuchen. Damit betragen die Schulden der Fluggesellschaft inzwischen mehr als eine Milliarde Euro.

In Luftfahrtkreisen wird darüber spekuliert, ob Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Wochenende Vertreter von Etihad Airways treffen wird. Merkel reist am Sonntag in die Vereinigten Arabischen Emirate. Der dortigen Herrscherfamilie Al Nahyan gehört die Fluglinie Etihad Airways, die mit 29,21 Prozent aller Anteile gegenwärtig der größte Einzelaktionär von Air Berlin ist. Etihad hatte die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft in den letzten Jahren mehrfach mit Finanzspritzen über Wasser gehalten. „Die deutsche Politik hat insbesondere im Hinblick auf die anstehende Bundestagswahl kein Interesse an einer Pleite von Air Berlin“, zitierte das Fachmagazin airliners.de am Donnerstag einen Insider.

Am Flughafen Düsseldorf ist Air Berlin die größte Fluglinie. Gegenwärtig werden rund 80 Ziele weltweit von Düsseldorf aus angeflogen. Etwa 2.300 Mitarbeiter von Air Berlin, die sich auf die Bereiche Cockpit, Kabinenpersonal, Technik und Verwaltung verteilen, arbeiten am Standort Düsseldorf. Bislang hoffte die finanziell angeschlagene Airline, sich mit einer Fokussierung auf ihre Drehkreuze in Berlin und Düsseldorf sowie dem Ausbau ihres USA-Angebots wirtschaftlich wieder stabilisieren zu können.

Bild: NRW.direkt

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