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Reil bei 1.-Mai-Demo in Gewahrsam genommen

Essen. Der AfD-Politiker und Gewerkschafter Guido Reil ist auf dem Weg zu einer 1.-Mai-Kundgebung des DGB in Gewahrsam genommen worden. Begründet wurde das damit, dass bei einem seiner Personenschützer Pfefferspray gefunden wurde. Am frühen Dienstagnachmittag wurde Reil wieder freigelassen.

Guido Reil (Bild: NRW.direkt)

Einer seiner Personenschützer habe gefährliche Gegenstände mit sich geführt, unter anderem Pfefferspray, hieß es in Medienberichten unter Berufung auf eine Polizeisprecherin. Daraufhin sei ein Platzverweis ausgesprochen worden. Guido Reil sei dem jedoch nicht nachgekommen und wurde deswegen in Gewahrsam genommen. Auf einem im Internet verbreiteten Video ist Reil von Polizisten umringt zu sehen. Zunächst zieht er seine Jacke aus, dann steigt er in den Einsatzwagen der Polizei. Reil hatte bereits im Vorfeld angekündigt, an der traditionellen 1.-Mai-Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Essen-Rüttenscheid teilnehmen zu wollen.

In einer ersten Stellungnahme auf seiner Facebook-Seite sagte Guido Reil am frühen Dienstagnachmittag, er sei „entsetzt darüber, was da passiert ist“. Seine Personenschützer seien auf dem Weg zu der Kundgebung „komplett gefilzt“ worden. Bei einem sei tatsächlich Pfefferspray gefunden worden, was zu Platzverweisen für ihn und seine Personenschützer geführt habe. „Das habe ich nicht so ganz verstanden“, sagte Reil. „Natürlich habe ich mir den Platzverweis nicht gefallen lassen.“

Dann habe er drei Stunden auf die Vorführung bei einer Richterin warten müssen. „Zwei Minuten bevor ich dieser Richterin vorgeführt werden sollte, wurde ich freigelassen“, berichtete der Bergmann. „Ich bin stinksauer, ich bin richtig sauer“, sagte Guido Reil. „Meinungsfreiheit und Demonstrationsrecht sind eigentlich das Wichtigste, das sind Grundrechte.“

„Arbeiterverräter“ auf Garage geschmiert

Guido Reil war 26 Jahre Mitglied der SPD. Aus Enttäuschung über deren Flüchtlingspolitik trat er jedoch im Mai 2016 aus der Partei aus. Reil sagte, er sei aber auch enttäuscht gewesen, dass die Partei nur noch „von oben nach unten regiert“ wurde. Auf einfache „Malocher“ wie ihn würde in der SPD nur noch herabgesehen. Später trat er der AfD bei. Anfang Dezember wurde er in deren Bundesvorstand gewählt.

Als überzeugter Gewerkschafter wollte Guido Reil aber auch nach seinem Parteiwechsel an Kundgebungen zum 1. Mai teilnehmen. Das rief jedoch bei Linken Proteste und aggressive Reaktionen hervor. Im April 2017 demolierten Unbekannte sein Auto und schmierten das Wort „Arbeiterverräter“ auf seine Garage. Seine Teilnahme an der 1.-Mai-Kundgebung des DGB rund zehn Tage später war mit entsprechendem Personenschutz verbunden. (ph)

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