Politik

Guido Reil auf Platz 26 gewählt

Rheda-Wiedenbrück. Auf ihrer Wahlversammlung am Wochenende hat die AfD die Plätze 23 bis 26 ihrer Landesliste wählen lassen. Der aus der SPD ausgetretene Essener Ratsherr Guido Reil kam dabei auf Platz 26. Überschattet wurde die Wahlversammlung von schweren innerparteilichen Auseinandersetzungen.

Guido Reil (Bild: NRW.direkt)

Guido Reil (Bild: NRW.direkt)

Bei der AfD-Wahlversammlung im ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück wurden am Wochenende die Plätze 23 bis 26 der Landesliste gewählt. Auf Platz 23 wurde die Solinger Vizesprecherin und Ex-FDP-Frau Verena Wester gewählt, auf Platz 24 Johannes Brinkrolf aus Gütersloh und auf Platz 25 Michael Schild aus Unna. Auch der in diesem Jahr von der SPD zur AfD gegangene Essener Ratsherr Guido Reil dürfte mit Platz 26 einen aussichtsreichen Listenplatz haben. Im Ruhrgebiet gilt Reil als Hoffnungsträger vieler von der eigenen Partei enttäuschten bisherigen SPD-Wähler.

Überschattet wurde die Wahlversammlung von schweren innerparteilichen Auseinandersetzungen. Grund dafür waren Presseberichte über eine WhatsApp-Gruppe, die angeblich dafür gesorgt habe, dass bei Einzelabstimmungen Kandidaten aus dem Lager des AfD-Landessprechers Marcus Pretzell zum Zuge gekommen sind. Der mit der AfD-Bundesvorsitzenden Frauke Petry liierte und als liberal geltende Pretzell bestritt jedoch, damit etwas zu tun zu haben.

Linke Medien und AfD-Rechtsaußen vereint gegen Petry und Pretzell?

Die von zumeist linken Medien in den letzten Tagen vor der Wahlversammlung lustvoll verbreiteten Enthüllungen wurden von AfD-Rechtsaußen sofort dazu genutzt, Pretzell weiter zu schwächen. So warfen der stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Alexander Gauland und der thüringische Parteichef Björn Höcke, beides Gegner von Petry und Pretzell, dem nordrhein-westfälischen Landesverband öffentlich Mauscheleien vor. Ein von Pretzell-Gegnern eingebrachter Antrag auf Neuwahl der ersten 22 Listenplätze scheiterte in Rheda-Wiedenbrück nur an der von der Geschäftsordnung dafür vorgeschriebenen Zwei-Drittel-Mehrheit.

„Wie hart bei uns um jeden einzelnen Listenplatz gerungen wird, erkennt man schon alleine daran, dass wir es an einem einzigen Wochenende gerade mal geschafft haben, vier davon zu besetzen. Bei anderen Parteien beschließt der Landesvorstand eine Liste, die dann auf der jeweiligen Versammlung abgenickt wird“, sagte die auf Platz 15 der Landesliste gewählte Gabriele Walger-Demolsky auf Nachfrage unserer Redaktion. „Und uns wirft man wegen einer WhatsApp-Gruppe vor, undemokratisch zu sein. Mit diesen Zeitungsberichten sollten die Delegierten und die Mitglieder verunsichert werden.“ (ph)

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