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Reker-Attentäter geht in Revision

Düsseldorf/Köln. Der zu 14 Jahren Haft verurteilte Reker-Attentäter Frank S. hat Revision gegen das Urteil einlegen lassen. Möglicherweise hat er nicht verstanden, dass er nur wegen seiner paranoiden und narzisstischen Störung einer lebenslangen Haftstrafe entgangen ist.

Wie am Freitag bekannt wurde, hat der Anwalt des letzte Woche zu 14 Jahren Haft verurteilten Frank S. Revision gegen das Urteil eingelegt. Das Rechtsmittel der Revision sieht vor, dass der Bundesgerichtshof in Karlsruhe das Urteil überprüft. Eine Wiederholung des Hauptverfahrens ist dabei jedoch ausgeschlossen.

Der 44-jährige arbeitslose Lackierer Frank S. hatte am 17. Oktober 2015 auf einer Wahlkampfveranstaltung der damaligen Kandidatin für das Kölner Oberbürgermeisteramt, Henriette Reker, mit einem 30 Zentimeter langen Messer in den Hals gestochen. Mit Rekers Tötung habe er ein „Zeichen“ gegen die nach seiner Auffassung verfehlte Politik in Deutschland, insbesondere in Ausländer- und Flüchtlingsangelegenheiten, setzen wollen. Deren Leben konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden.

Bizarre Auftritte vor Gericht

In dem Verfahren, das sich über zweieinhalb Monate erstreckte, hatte Frank S. immer wieder versucht, sich als moderner Widerstandskämpfer zu inszenieren. Gleichzeitig aber waren ihm all jene Menschen, die sich demokratisch und gewaltfrei gegen die von ihm kritisierte Flüchtlingspolitik engagieren, nicht einmal Erwähnung wert.

Weil der forensische Psychiater Norbert Leygraf bei Frank S. eine paranoide sowie eine narzisstische Persönlichkeitsstörung feststellte, hatte der 6. Strafsenat des Düsseldorfer Oberlandesgerichts unter der Vorsitzenden Richterin Barbara Havliza jedoch von einer lebenslangen Haftstrafe abgesehen. Seine zuweilen bizarren Auftritte vor Gericht bestätigten die Diagnose des Psychiaters eindrucksvoll. Dabei beleidigte Frank S. unter anderem seinen Anwalt Jasper Marten als „linksextremen Speichellecker“.

Bild: Frank S. betritt den Gerichtssaal. Bildrechte: NRW.direkt

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