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Reul will Sicherheitskonzepte für Weihnachtsmärkte überprüfen lassen

Düsseldorf. Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) will nach dem Bombenalarm in Potsdam sämtliche Weihnachtsmarkt-Sicherheitskonzepte in NRW überprüfen lassen. Das Ziel der Terroristen sieht er offenbar darin, die Bevölkerung zu veranlassen, ihre Lebensgewohnheiten zu ändern.

Zum Schutz vor islamistischem Terror sind in Düsseldorf Polizisten mit Maschinenpistolen im Einsatz (Bild: NRW.direkt)

„Ein einfaches ,Weiter so‘ kann es nicht geben. Ich werde die Polizei und die Kommunen aus dem aktuellen Anlass bitten, die Sicherheitskonzepte und Maßnahmen zum Schutz der Weihnachtsmärkte zu überprüfen und auf eine besonders genaue Einhaltung zu achten“, sagte Herbert Reul in der Samstagausgabe der Rheinischen Post.

Nachdem ein verdächtiges Paket gefunden wurde, musste am Freitag der Weihnachtsmarkt in Potsdam evakuiert werden. Laut Ermittlern habe es sich um einen „zylindrischen Gegenstand mit Kabeln, Batterien, und Nägeln“ gehandelt. Mangels Zünder sei die Vorrichtung jedoch nicht explosionsfähig gewesen.

In NRW werden Weihnachtsmärkte durch Betonpoller vor Terror-Anschlägen geschützt. In Teilen der Bevölkerung werden die Poller als „Merkel-Klötze“ bezeichnet. Auch Polizisten mit Maschinenpistolen sind seit dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr ein normaler Anblick auf nordrhein-westfälischen Weihnachtsmärkten.

Ziel der Terroristen umstritten

Reul warnte nach dem Vorfall in Potsdam aber auch vor hektischen Reaktionen: „Hinweise, die auf eine akute Gefährdung der Weihnachtsmärkte in NRW hinweisen, liegen den NRW-Sicherheitsbehörden derzeit nicht vor. Aber hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht.“ Er selbst werde auch weiterhin Weihnachtsmärkte besuchen. „Wenn wir aus Angst vor Attentaten keine Weihnachtsmärkte mehr besuchen würden, hätten die Terroristen ihr Ziel erreicht“, sagte er der Rheinischen Post.

Die Darstellung, das Ziel der Terroristen bestünde darin, die Bevölkerung zu einer Änderung ihrer Lebensgewohnheiten zu veranlassen, ist bei Politikern weit verbreitet. Viele Experten glauben jedoch, dass das Ziel der Terroristen darin besteht, möglichst viele ihrer Meinung nach Ungläubige zu töten. (ph, unter Verwendung einer Pressemitteilung der Rheinischen Post)

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