Düsseldorf Wirtschaft und Verkehr

Rheingold-Nostalgiezug in Düsseldorf

Düsseldorf. Der Rheingold-Nostalgiezug konnte am Donnerstag im Hauptbahnhof besichtigt werden. Der vor Jahrzehnten berühmteste deutsche Trans-Europa-Express kann heute für Sonderzugreisen gebucht werden.

Rheingold-Aussichtswagen (Bilder: NRW.direkt)

Rheingold-Aussichtswagen (Bilder: NRW.direkt)

Plüsch, wohin das Auge blickt. Bei Älteren, die sich noch daran erinnern, wie in den 60-er und 70-er Jahren der Trans-Europa-Express (TEE) durch Mitteleuropa rollte, dürften beim Gang durch den Rheingold-Nostalgiezug nicht wenige Erinnerungen wachwerden. Der „Rheingold“, der von Hoek van Holland und Amsterdam durch das malerische Rheintal zu wechselnden Zielorten in der Schweiz verkehrte, war nicht weniger als der berühmteste TEE auf dem deutschen Schienennetz.

1951 nahm die Deutsche Bundesbahn (DB) den 1939 eingestellten Zuglauf wieder auf, damals noch als Fernzug mit drei Klassen. Ab 1962 brachte die DB eigens für den Rheingold entworfene Wagen zum Einsatz, darunter Aussichtswagen im Stile amerikanischer „Dome Cars“. 1965 wurde der Zug zum TEE hochgestuft und bot nur noch die 1. Klasse an. Damit war der „Rheingold“ in den 60-er und 70-er Jahren neben dem aufkommenden Luftverkehr die edelste, aber nur einem zahlungskräftigen Publikum vorbehaltene Art zu reisen. Erst als der Luftverkehr zum Massentransportmittel wurde und die Bahn neue Konzepte brauchte, um konkurrenzfähig zu bleiben, verloren die TEE-Züge ihren Glanz.

1987 wurde der „Rheingold“ als letzter TEE im Streckennetz der DB eingestellt. Die wartungsintensiven Aussichtswagen wurden bereits in den 70-er Jahren außer Dienst gestellt und verkauft; zuerst gelangten sie in die Schweiz, von dort aus später nach Schweden. Die übrigen Waggons wurden als 1.-Klasse-Wagen für Intercitys und EuroCitys weiterverwendet.

Aussichtswagen aus Schweden zurückgeholt und restauriert

In der Kuppel des Aussichtswagens (Bilder: NRW.direkt)

In der Kuppel des Aussichtswagens (Bilder: NRW.direkt)

Anfang des neuen Jahrtausends wurden jedoch ehemalige TEE-Waggons wieder aufgearbeitet und restauriert, darunter auch einer der drei in Schweden erworbenen Aussichtswagen. Heute werden die TEE-Wagen aus den 60-er Jahren zusammen mit einem Clubwagen aus dem Jahr 1976 sowie einer eigens für diesen Zug entwickelte Lokomotive der Baureihe E-10 aus dem Jahr 1963 in der traditionellen Lackierung in weinrot und beige unter dem Namen „AKE-Rheingold“ für Sonderfahrten eingesetzt. Und am Donnerstag konnte der „AKE-Rheingold“ auf dem Gleis 19 des Düsseldorfer Hauptbahnhofs besichtigt werden.

Das lockte nicht wenige Fotografen und Eisenbahn-Freunde an. Das AKE-Team stellte das Reiseangebot 2016/2017 vor und stand interessierten Besuchern für Fragen zur Verfügung. Wer wollte, konnte seine Reise im TEE-Nostalgiezug auch gleich buchen. Im Speisewagen des Rheingold wurde Mittagessen serviert, später Kaffee und Kuchen. Auf das größte Interesse aber stieß der Aussichtswagen, der fast immer voll belegt war. Ein Ereignis, das an diesem Tag von den meisten Reisenden im hektischen Trubel des Düsseldorfer Hauptbahnhofs kaum bemerkt wurde, aber bei jenen, die sich im Plüschsitz in der Aussichtskuppel niederließen, nicht wenige Erinnerungen wachrief. Nur der Blick auf das Rheintal fehlte irgendwie!

Informationen über Sonderzugreisen mit dem Rheingold-Nostalgiezug gibt es auf der Internet-Seite www.ake-eisenbahntouristik.de sowie unter der Rufnummer 0 65 91 – 949 987 00.

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