Kolumnen Politik

Schulbücher werden „interkulturell“

Kulturelle Identität und Nationalbewusstsein sind unseren Kindern im Rahmen der interkulturellen Erziehung fremd geworden. Das ist kein Zufall, sondern Vorsatz. Jetzt sollen Schulbücher gemäß der „interkulturellen Öffnung“ politisch korrekt modifiziert werden. Eine Kolumne von Kathrin Rommel.

Kathrin Rommel (Bild: NRW.direkt)

In Nordrhein-Westfalen sollen Schulbücher der Sekundarstufe I für die Fächer Sozialkunde/Politik, Geschichte und Geografie gemäß der „interkulturellen Öffnung“ politisch korrekt modifiziert werden. Grundlage hierfür bildet die Schulbuchstudie „Migration und Integration“, die im Auftrag von Staatsministerin Aydan Özogüz (SPD) erstellt wurde.

Dazu wurden bereits im November 2014 Gespräche mit dem „dialog forum islam“ (dfi) des Landesintegrationsministeriums über „Islamfeindlichkeit“, die Klischeebildung zum Islam und zu den Muslimen in den Schulbüchern geführt. Das dfi ist die erste institutionalisierte Dialogplattform des politischen Islams in NRW, die sich als Schnittstelle zwischen dem organisierten Islam und der Landesregierung darstellt. Auch auf dieser Ebene ist die umstrittene DITIB weiterhin ein konstanter Gesprächspartner der Landesregierung. Damit ist der politische Islam im Begriff, Einfluss auf die schulischen Lerninhalte unserer Kinder zu nehmen. Müssen wir uns das gefallen lassen?

Gesellschaftliche Diversität als „positive Normalität“?

Die von Aydan Özogüz, der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, in Auftrag gegebene Schulbuchstudie wurde bereits 2015 veröffentlicht. Ziel dieser Studie war, darzulegen, ob und wie Schulbücher die gesellschaftliche Vielfalt widerspiegeln. Vorrangig ging es dabei um Migration und Integration. Die Studie hat im Ergebnis festgestellt, dass die migrationbedingte Vielfalt als konfliktträchtig und problematisch thematisiert wird und als Abweichung von der gesellschaftlichen Norm, die durch politisches Handeln zu regeln sei, dargestellt wird.

Aydan Özogüz aber hat ihre eigenen Visionen von unserer Zivilgesellschaft. Die gesellschaftliche Diversität soll und muss als „positive Normalität“ dargestellt werden. Dieses Kriterium wurde zum Fundament der Studie.

Ist „Integriert euch!“ etwas Beleidigendes und Diskriminierendes?

Bereits 2005 hat die Staatsministerin in einem Interview der taz die Aufforderung „Integriert euch“ als etwas Beleidigendes und Diskriminierendes definiert. Anscheinend hat sich an der Haltung der Integrationsbeauftragten nicht viel geändert, denn in der Schulbuchstudie wird tatsächlich beklagt, dass sich Migranten in eine bereits bestehende Wertegemeinschaft einzufügen haben. Stattdessen wird eine neue Definition des gesellschaftlichen Konsenses über das christlich-jüdische Werteverständnis angestrebt.

Als integrationshinderlich werden in diesem Kontext Begriffe genannt wie „Abendland“, „christlich -jüdische Wertegemeinschaft“ oder „deutsche Leitkultur“. Die Studie geht noch ein Schritt weiter und kritisiert sogar das homogene Bild der deutschen Mehrheitsgesellschaft als „nicht zeitgemäß“. Der Leser wird gleich in die Spur gebracht und erfährt, dass er nicht in einer deutschen Zivilgesellschaft beheimatet ist, sondern in einer Einwanderungsgesellschaft. Damit dürfen wir schon bald mit modifizierten Schulbüchern rechnen, die bundesweit ihren Einsatz finden, um unsere Kinder im Geiste der „Willkommenspolitik“ zu konditionieren.

Konditionierung der Kinder darf so nicht fortgesetzt werden

Die Konditionierung unserer Kinder auf die grenzenlose Toleranz bei gleichzeitiger Relativierung des eigenen Kulturkreises darf so nicht fortgesetzt werden. Unsere Werte sind christlich-jüdischen Ursprungs, mit Humanismus und Aufklärung bereichert und prägen ausdrücklich das Grundgesetz.

Deutschland ist unsere Heimat. In den Schulbüchern sollte endlich das Bekenntnis zur deutschen Nation mit einer Selbstverständlichkeit vermittelt werden, die einen positiven Patriotismus nach sich zieht. Auch Loyalität zum Gastland sollte klar und deutlich in den Schulbüchern vermittelt und gefordert werden, damit Frau Merkel in Zukunft nicht mehr um die Loyalität der Migranten betteln muss, wie es im Anschluss an die Pro-Erdogan-Demonstration in Köln der Fall war.

Fakt ist, dass zunehmend mehr Migranten bei uns ein Zuhause finden. Sie bringen unterschiedliche Vorstellungen von Werten, Religion und Tradition mit. Um unsere Gesellschaft vor diesen Hintergrund zusammenzuhalten, bedarf die Integration einer Orientierung. Diese Aufgabe erfüllt unsere Leitkultur. Wer bei uns leben will, muss aufgefordert werden, diese Leitkultur zu respektieren, zu akzeptieren und muss willens sein, sich hier anzupassen. Integration ist eine Bringschuld. Das sollte in den Schulbüchern vermittelt werden.

Die deutsche Sprache bildet die Verknüpfung zwischen den Migranten und der sie aufnehmenden Gesellschaft. Deutsch sollte überall in der Schule gesprochen werden, nicht nur im Unterricht. Eine Anfrage einer CDU-Abgeordneten brachte aber bereits im April hervor, dass das Landesschulministerium die Ergebnisse und Anregungen dieser Schulbuchstudie kritiklos umsetzen will, obwohl der Landesregierung hinsichtlich der negativen Konnotation zum Thema Migration weder eine weitere Studie noch darüber hinausgehende Erkenntnisse vorliegen. Ein ganz normaler von rot-grüner Ideologie geprägter Wahnsinn im politisch geprägten Gewand.

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Über den Autor

Kathrin Rommel

Kathrin Rommel ist stellvertretende Landesvorsitzende der Liberal-Konservativen Reformer (LKR, ehemals ALFA). Ihre wichtigsten Themen sind Integration und Zuwanderung. In diesem Zusammenhang beschäftigt sie sich auch mit dem politischen Islam in Deutschland.