Wirtschaft und Verkehr

Ryanair auch an Air Berlin interessiert

Düsseldorf. Nach Hans Rudolf Wöhrl hat jetzt auch die irische Billigfluglinie Ryanair Interesse bekundet, Air Berlin vollständig zu übernehmen. Die Verhandlungen von Air Berlin und Lufthansa bezeichnete Ryanair-Chef Michael O’Leary als „abgekartetes Spiel“. Ähnlich äußerte sich Wöhrl, der die Vorgänge um die Air-Berlin-Insolvenz als einer „marktwirtschaftlich ausgerichteten und demokratischen Nation unwürdig“ bezeichnete.

Wie Zeit-Online am Dienstagabend berichtete, hat die irische Billigfluglinie Ryanair Interesse am Kauf der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin angemeldet. „Wir wären sehr froh, ein Gebot für die gesamte Air Berlin abzugeben“, wurde Ryanair-Chef Michael O’Leary zitiert. Bislang sei aber unklar, wie viel Geld für eine Restrukturierung notwendig sei. Er brauche Informationen über Leasing- und Tarifverträge sowie über die Vereinbarungen mit den Flughäfen, ehe er den Sanierungsbedarf ermitteln könne, so O’Leary weiter. Die Verhandlungen von Air Berlin und Lufthansa bezeichnete er als „abgekartetes Spiel“.

Die Offerte von Ryanair ähnelt der von Hans Rudolf Wöhrl. Der 69-jährige Luftfahrt-Unternehmer hatte Ende letzter Woche angekündigt, Air Berlin zusammen mit Investoren vollständig übernehmen zu wollen. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Bundesregierung trotz kartellrechtlicher Bedenken mehrfach deutlich gemacht hat, dass sie die Übernahme großer Teile von Air Berlin durch die Lufthansa wünscht, werden beiden Geboten jedoch nur geringe Chancen eingeräumt. Um den Schein zu wahren, müssen jedoch alle Angebote geprüft werden.

„Deutschland auf bestem Weg zur sozialistischen Planwirtschaft“

Hans Rudolf Wöhrl äußerte sich unterdessen mit harter Kritik: „Was in den letzten Tagen passierte, ist einer marktwirtschaftlich ausgerichteten und demokratischen Nation unwürdig“, wurde er bei WELT/N24 zitiert. Es dränge sich der Eindruck auf, „dass wir in Deutschland auf dem besten Weg zu einer sozialistischen Planwirtschaft sind, bei der nur noch Großbetriebe erwünscht sind“, sagte Wöhrl.

Bild: NRW.direkt

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