Düsseldorf Wirtschaft und Verkehr

Ryanair kommt durchs Hintertürchen

Düsseldorf. Nach der Air-Berlin-Pleite ging Ryanair leer aus. Stattdessen sicherte sich der Lufthansa-Konzern den größten Teil der Slots in der Landeshauptstadt. Jetzt aber kommt Ryanair durchs Hintertürchen; mit eigenem Fluggerät und Besatzungen, aber Slots und Flugnummern von Laudamotion.

Ab 1. Juni stationiert der irische Günstigflieger Ryanair zwei Boeing 737-800 in Düsseldorf, um für die österreichische Airline Laudamotion Ziele in Griechenland, Portugal und Spanien anzufliegen. Faktisch wird dabei aber nur die Flugnummer von Laudamotion gestellt; die Besatzungen der Boeings werden von Ryanair gestellt und die Flüge werden auch von der irischen Airline vermarktet. Das berichteten mehrere Fachmagazine am Montag.

Hintergrund der Konstellation dürften die Start- und Landerechte in Düsseldorf sein. Nach der Insolvenz von Air Berlin sicherte sich der Lufthansa-Konzern den größten Teil der entsprechenden Slots. Ryanair aber ging weitestgehend leer aus, lediglich eine einzige Sommer-Verbindung nach Palma de Mallorca ging später an die Iren. Im März aber sicherten sich die Iren 24,9 Prozent an der neuen Fluglinie von Niki Lauda. Diese verfügt über Slots der ehemaligen Air-Berlin-Touristiktochter NIKI. Und da Slots innerhalb eines Konzerns übertragen werden dürfen, bekam Ryanair damit auch Zugriff auf solche in Düsseldorf.

Ebenfalls am Montag wurde bekannt, dass der Reisekonzern Thomas Cook, zu dem auch der deutsche Ferienflieger Condor gehört, seine Zusammenarbeit mit Laudamotion Ende April wieder beendet. Nachdem Ryanair die Laudamotion-Anteile erworben hatte, war Thomas Cook bereits auf Distanz zu dem neuen Konstrukt gegangen. Aufgrund der neuen Partnerschaft mit Ryanair dürfte das den als ehrgeizig bekannten Luftfahrtunternehmer Niki Lauda in seinen Expansionsplänen jedoch kaum beirren. (ph)

Bild: NRW.direkt

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