Nachrichten Ostwestfalen-Lippe

Schüsse und Geiselnahme bei Abschiebung

Borgholzhausen. In einer Flüchtlingsunterkunft ist am frühen Donnerstagmorgen eine Abschiebung eskaliert. Angehörige eines abzuschiebenden Ehepaares nahmen einem Polizisten die Dienstwaffe ab und schossen um sich. Anschließend nahmen sie zwei Geiseln.

Symbolbild: NRW.direkt

Wegen der Abschiebung eines Ehepaares aus Aserbaidschan betraten am Donnerstag gegen 3 Uhr 30 zwei Polizisten, ein Mitarbeiter des Ausländeramts, ein Arzt sowie ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes deren Wohnung in einer Flüchtlingsunterkunft in Borgholzhausen im Kreis Gütersloh. Dort befanden sich außer dem Ehepaar noch zwei erwachsene Töchter sowie ein Besucher der Familie. Es kam zu einem Gerangel, bei dem einem Polizisten dessen Dienstwaffe abgenommen wurde. Mit der Waffe wurden dann mehrere Schüsse abgefeuert.

Den Polizisten und dem Arzt gelang daraufhin die Flucht aus der Wohnung. Die Familie, die weiterhin Zugriff auf die Waffe hatte, und ihr Besucher verschanzten sich mit den beiden anderen Männern in ihrer Wohnung. Gegen 4 Uhr 15 setzten die Polizisten einen Notruf ab. Nachdem das Polizeipräsidium Bielefeld die Führung des Einsatzes übernommen hatte, wurden Spezialeinheiten angefordert.

Bevor es zu einem Zugriff der Spezialeinheiten kam, öffneten die Familienmitglieder jedoch ihre Wohnungstür und stellten sich freiwillig. Die von der Abschiebung betroffene Frau wurde in der Wohnung verletzt aufgefunden. Nach bisherigen Erkenntnissen fügte sich die Frau eine Stichverletzung selbst zu. Durch die Schüsse wurde niemand verletzt. Die verletzte Frau wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der Vater, eine erwachsene Tochter sowie der Besucher wurden dem Polizeigewahrsam zugeführt. Ermittlungen und Spurensicherung des Polizeipräsidiums Bielefeld dauern an.

Quelle: Polizei

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