Panorama Wuppertal

Schwebebahn soll im Sommer wieder fahren

Wuppertal. Der reguläre Fahrbetrieb der Schwebebahn wird voraussichtlich in den Sommerferien wieder aufgenommen. Wegen des Absturzes einer Stromschiene stehen die Schwebebahnen seit November still. Die Unfallursachen sollen inzwischen weitgehend geklärt sein.

Am 18. November musste der Schwebebahn-Betrieb in Wuppertal eingestellt werden. Grund war ein Zwischenfall mit einer lockeren Stromschiene über der Wupper. Dabei hatte sich ein etwa 150 Meter langer Abschnitt des tonnenschweren Bauteils gelöst. Als das Teil abstürzte, wurde ein auf einer Brücke befindliches Fahrzeug am Heck getroffen. Der Fahrer blieb aber unverletzt.

Wie die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) am Montag mitgeteilt haben, seien die technischen Ursachen, die zum Abriss der Stromschiene führten, jedoch inzwischen „weitgehend klar“. So sei ein Gutachter zu der Meinung gelangt, dass der Unfall für die WSW „nicht vorhersehbar“ gewesen sei. Der Gutachter sei zu folgenden Rückschlüssen gekommen: Bereits vor der Durchfahrt des ersten Fahrzeugs waren in der Kurve vor der Unglücksstelle zwei Klemmbacken, die Halterungen der Stromschiene, defekt. Die Stromschiene veränderte dadurch ihre Lage. Das führte dazu, dass zwei weitere Klemmbacken beschädigt und der Stromabnehmer des ersten Fahrzeugs abgerissen wurde. Damit hing die Stromschiene durch. Nach der Durchfahrt des folgenden Fahrzeugs waren mindestens acht Klemmbacken defekt, was dann zum Abriss der Stromschiene führte. Die Kettenreaktion wurde durch einen Fehler „negativ verstärkt“, der beim Einbau der Stromschiene 2001 gemacht wurde. Entgegen der Vorgaben wurde damals vom externen Auftragnehmer die Stromschiene in der betroffenen Kurve nicht vor der Montage vorgebogen, sondern unter Spannung verbaut.

Als Konsequenz hat die Technische Aufsichtsbehörde (TAB) zusätzliche Sicherungsmaßnahmen an den Stromschienen wie auch an den Fahrzeugen eingefordert. Auf der gesamten Strecke sollen rund 18.000 Klemmbacken erneuert und mit Sicherungsblechen verstärkt werden. Ergänzend sind rund 2.500 zusätzliche Sicherungen für das Festhalten der Stromschiene geplant, die etwa alle zehn Meter installiert werden, um einen neuerlichen Absturz mit Sicherheit zu verhindern. Außerdem ist geplant, über eine technische Lösung den Fahrer über einen Abbruch des Stromabnehmers unmittelbar zu informieren, um umgehende organisatorische Maßnahmen einzuleiten.

Wiederaufnahme des Fahrbetriebs während der Sommerferien

Die WSW geht auf Basis einer umfassenden Abschätzung der notwendigen Abstimmungen, Genehmigungen und Arbeiten derzeit von der Wiederaufnahme des regulären Fahrbetriebs während der Sommerferien aus. Die Mehrkosten durch den Schwebebahnunfall werden derzeit mit 2,3 Millionen Euro kalkuliert.

„Die Aufarbeitung des Unglücks ist mit aller gebotenen Sorgfalt und in enger Abstimmung mit den Behörden vorgenommen worden. Wir sind sicher, mit den vorgeschlagenen Maßnahmen eine Wiederholung des Vorfalls verhindern zu können. Erst wenn dies gewährleistet ist, werden wir den Betrieb wieder aufnehmen“, erklärte Ulrich Jaeger, Geschäftsführer der WSW mobil.

Um einen reibungslosen Start zu gewährleisten, werden bis dahin alle notwendigen Wartungsarbeiten am Gerüst und den Fahrzeugen vorgenommen. Dazu werden am Dienstag jeweils sieben Schwebebahnen zwischen Wuppertal-Oberbarmen und -Vohwinkel mit geringer Geschwindigkeit auf der Strecke unterwegs sein, um Fahrzeuge zur Wartung zu überführen. Dafür sind auch diverse Rangierfahrten in benachbarte Haltestellen notwendig. Auch beim Betriebssystem gehen die Arbeiten weiter, so sind am Donnerstag dazu einzelne Fahrten auf der Strecke geplant. Außerdem wird derzeit die Reparatur der Unglücksstelle vorbereitet. (ph)

Bild: NRW.direkt

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