Politik

Sommerfest der Alternativen Mitte

Dinslaken. Am Sonntag lud die Alternative Mitte zu ihrem Sommerfest. Auch Frauke Petry nahm daran teil. Die AfD-Bundesvorsitzende sprach davon, dass die Mitglieder der AM „mehr politischen Sachverstand bewiesen hätten als manch andere in der Partei“.

Fast 100 Menschen kamen am Sonntag zum Sommerfest der Alternativen Mitte (AM) nach Dinslaken. Unter den Gästen waren auch die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry, ihr Ehemann, AfD-Landessprecher Marcus Pretzell, kleine Delegationen der AM-Landesverbände Bayern, Hessen und Niedersachsen sowie mehrere Landtagsabgeordnete der AfD.

Der nordrhein-westfälische Landesverband der AM wurde Mitte Juli mit dem Ziel gegründet, „den gemäßigten Mitgliedern Stimme und Gesicht zu verleihen“ sowie die Wahrnehmung der Partei zu verbessern. Zum Vorsitzenden Sprecher wurde der Soester Ratsherr und stellvertretende AfD-Kreissprecher Berengar Elsner von Gronow gewählt.

„Bürgerliche Mitglieder und Wähler werden verschreckt“

Ohne andere AfD-Politiker, wie etwa den umstrittenen Thüringer Landesvorsitzenden Björn Höcke, beim Namen zu nennen, machte Berengar Elsner von Gronow in seiner Begrüßungsrede Teile seiner Partei für deren derzeit schlechtes Image verantwortlich: „Seit Jahren schon muss man sein Engagement in der AfD verteidigen. Dabei geht es aber selten um Inhalte oder Programmatik. Für gewöhnlich bedienen sich die Kritiker unreflektiert wiedergekäuter Anwürfe aus den Medien, die in der Regel nur darauf abzielen, in der Öffentlichkeit ein Bild von der AfD zu zeichnen, das diese für die meisten Menschen unwählbar scheinen lässt. Und häufig liefern einzelne Vertreter oder Angehörige von Strömungen innerhalb der Partei Steilvorlagen, die die Medien dazu nutzen können.“ Und: „Dass in jüngerer Zeit zunehmend Äußerungen von Mitgliedern unserer Partei in den Fokus der Öffentlichkeit gestellt werden, die geeignet sind, der Wählerschaft das Bild einer nicht nur rechtspopulistischen, nein, sogar einer rechtsextremen Partei zu vermitteln, ist sehr bedauerlich.“ Die gesunkenen Umfragewerte, die Mitgliederfluktuation sowie die Stimmung in weiten Teilen der Partei belegten, dass bürgerliche Mitglieder und Wähler der AfD verschreckt werden.

Berengar Elsner von Gronow sagte weiter, dass er genug davon habe, „seit Jahren den Interessenten, Mitgliedern, Wählern, aber auch Kritikern und Journalisten immer wieder erklären zu müssen, dass es nur eine kleine Gruppe Lautsprecher in der Partei gibt, die mit rustikalen Ansichten und Äußerungen ein falsches Bild von der AfD erzeugen, das mitnichten den Überzeugungen der Mehrheit der gemäßigten und bürgerlichen Mitglieder entspricht.“

Unter dem Beifall der Besucher appellierte Elsner von Gronow an diese, „Verantwortung für die zukünftige Entwicklung unserer Partei“ zu übernehmen. „Zeigen Sie Mitgliedern und Wählern, dass wir in der AfD mehrheitlich freiheitlich-konservativ, bürgerlich-patriotisch und eine – die einzige – wählbare Alternative sind.“ Nur so könnten CDU und FDP „als nur vermeintliche konservative Option“ entlarvt werden. „Wagen Sie jetzt den Schritt aus der Deckung und bedauern Sie nicht später, nichts gesagt und getan zu haben. Bekennen Sie sich zur Alternativen Mitte“, beendete Elsner von Gronow seine Rede.

„Die Partei ist kein Selbstzweck, sondern hat eine Aufgabe“

Frauke Petry sprach am Rande der Veranstaltung davon, dass sie die Gründung der Alternativen Mitte „von Anfang an positiv bewertet“ habe. „Ich finde es gut, wenn Mitglieder der ersten Stunde und andere den Mut finden, sich politisch und strategisch zu positionieren und damit etwas tun, was viele Führungskräfte der AfD nach wie vor nicht zuwege bringen.“ Damit hätten die Mitglieder der AM „mehr politischen Sachverstand bewiesen als manch andere in der Partei“.

Den Vorwurf, die AM würde „spalten“, bezeichnete Petry als „irrationalen Reflex“. Mehr gebe es dazu nicht zu sagen, weil jeder Versuch, diesen Reflex zu erklären, diejenigen, die so reagierten, nur aufwerten würde.

„Man muss sich mal fragen, wofür eine Partei da ist. Eine Partei ist am Ende dazu da, Bürgerinteressen und politische Inhalte in der Praxis umzusetzen, aber nicht dazu, dafür zu sorgen, dass man sich nur innerhalb der Partei wohl fühlt“, sagte Frauke Petry. „Die Partei ist kein Selbstzweck, sondern hat eine Aufgabe für die Gesellschaft, und zwar nicht erst in 15 oder 20 Jahren, sondern in naher Zukunft. Ich glaube, das verstehen hier viele und das ist auch der Grund, weshalb sich so viele der Alternativen Mitte angeschlossen haben.“ (ph)

Bild von links: Roland Hartwig, Uwe Witt, Marcus Pretzell, Martin Schiller, Frauke Petry, Berengar Elsner von Gronow und Günter Koch. Bildrechte: NRW.direkt

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