Bonn Panorama

Starkes Interesse am „Tag der Bundeswehr“

Bonn. Bereits zum dritten Mal fand am Samstag auf dem Marktplatz der „Tag der Bundeswehr“ statt. Knapp 20.000 Besucher nutzten die vielfältigen Möglichkeiten, sich rund um die Bundeswehr zu informieren und mit Soldaten ins Gespräch zu kommen. Linke Gegendemonstranten stießen bei den Besuchern jedoch nur auf überschaubares Interesse.

Von Demonstranten auf den Boden geworfene Handzettel (Bild: NRW.direkt)

Wie bei jedem „Tag der Bundeswehr“ üblich, kam auch in diesem Jahr ein kleines Häuflein linker Demonstranten zum Bonner Marktplatz, um dort gegen die Truppe zu protestieren. Um zu zeigen, dass die Bundeswehr „zum Dialog mit allen Teilen der Gesellschaft“ bereit ist, wurde ihnen der Aufbau eigener Stände erlaubt.

Die Demonstranten aber beließen es nicht bei ihren Ständen, sondern mischten sich am Samstag mit Bundeswehr-Plakaten nachempfundenen Handzetteln mit der Aufschrift „Bei uns geht’s ums Töten, nicht ums Brunnenbauen“ oder Schildern mit Sprüchen wie „Stell dir vor, es ist Frieden und alle machen mit“ unter die Besucher. Als Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am frühen Nachmittag live dazugeschaltet wurde, versuchten das einige Demonstranten vor der Bühne vor dem Bonner Rathaus zu stören.

Aber trotz solcher Störaktionen blieb das Interesse der Passanten an den Demonstranten überschaubar. Am der Bühne gegenüberliegenden Teil des Marktplatzes war der Kontrast am deutlichsten zu erkennen: Während am Stand der Partei „Die Linke“ nur gelegentlich Passanten stehenblieben, war vor dem nur wenige Meter entfernten Spähwagen „Fenner“ zumeist eine lange Schlange von Besuchern zu sehen, die das Fahrzeug auch von innen besichtigen wollten. Damit waren die Soldaten, die den Besuchern die Funktion des Fahrzeuges erklärten, fast immer gut beschäftigt.

Breites Informations-Angebot

Plakat der Bundeswehr zu „Vielfalt und Inklusion“ (Bild: NRW.direkt)

Im Gegensatz zum letztjährigen „Tag der Bundeswehr“ in der Aachener Lützow-Kaserne, bei dem ein großer Teil des Bundeswehr-Fuhrparks bis hin zu Panzern vorgeführt wurde, mussten sich die Besucher am Samstag jedoch mit dem „Fenner“ sowie einzelnen Rettungsfahrzeugen begnügen. Aufgrund des stark beengten Raumes auf dem Marktplatz waren breiter gefasste Präsentationen des Bundeswehr-Fuhrparks nicht möglich. Damit verstand nicht jeder, warum die Truppe in Nordrhein-Westfalen ausgerechnet diesen kleinen Platz bereits zum dritten Mal als Veranstaltungsort für den Tag der Bundeswehr gewählt hat.

„Wir wollen mit der Bevölkerung in den Dialog kommen, deshalb ist der Ort mitten in der Innenstadt bewusst gewählt“, erklärte Oberst Klaus Hellenthal vom Kommando Streitkräftebasis im Vorfeld der Veranstaltung. Und so kam es auch: 600 Soldaten sorgten an unzähligen Info-Ständen auf dem Marktplatz dafür, dass sich die knapp 20.000 Besucher in vielfältiger Form über die Bundeswehr informieren konnten. Dabei erstreckte sich das Angebot, das von den Besuchern immer wieder zu persönlichen Gesprächen mit den Soldaten genutzt wurde, von sozialen Einrichtungen wie etwa dem Bundeswehr-Sozialwerk über Sportsoldaten und Reservistenverbänden bis hin zur Katholischen Militärseelsorge.

Von Drohnen-Modellen bis zum Jet-Schleudersitz

Schleudersitz Mk 10 (Bild: NRW.direkt)

Eine besondere Rolle kam dabei auch der Bundeswehr als Arbeitgeber zu: Viele Jugendliche, die in Begleitung ihrer Eltern gekommen waren, nutzten die Möglichkeit, sich über Karrierechancen bei der Bundeswehr zu informieren.

Kontinuierliches Interesse war aber auch bei allem zu sehen, was mit der Technik der Bundeswehr zu tun hatte: Modelle von Drohnen zogen ebenso starkes Interesse auf sich wie der auf dem Marktplatz ausgestellte Jet-Schleudersitz Mk 10. Und mit Info-Ständen zu Robotik, Sensorik und Virtual Reality konnten sich die Besucher auch zu weniger bekannten Bereichen der Bundeswehr informieren.

Abschlusskonzert füllt den Marktplatz

Abschlusskonzert des Musikkorps der Bundeswehr (Bild: NRW.direkt)

Das Unterhaltungsprogramm kam dabei ebenfalls nicht zu kurz: Vor der offiziellen Eröffnung der Veranstaltung sorgte der Reservistenmusikzug Rheinland für die musikalische Einstimmung, zum Abschluss sorgte ein rund 75-minütiges Konzert des Musikkorps der Bundeswehr erneut für einen vollen Marktplatz.

„Wir haben gemeinsam mit der Bevölkerung in Bonn einen sehr schönen Tag erlebt“, sagte Generalmajor Franz Weidhüner, Amtschef des Streitkräfteamtes, zum Ende der achtstündigen Veranstaltung gegenüber NRW.direkt. „Wir haben unseren Besucherinnen und Besuchern den Dialog mit und viele Informationen über uns angeboten. Und wenn das in einem solchen Ausmaß angenommen wird wie heute, dann ist das für uns ein toller Erfolg!“

Bild ganz oben: Der Spähwagen „Fennek“ entwickelt sich schnell zum Publikums-Magneten

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