Düsseldorf Wirtschaft und Verkehr

Streicht Air Berlin weitere Langstrecken?

Düsseldorf. Muss Air Berlin bereits nächste Woche weitere Langstrecken streichen? Obwohl bis kommenden Freitag noch Gebote für die insolvente Airline abgegeben werden können, bereit sich der Lufthansa-Konzern bereits auf die Übernahme großer Teile von Air Berlin vor.

Seit Freitag wird in den Medien darüber spekuliert, ob Air Berlin bereits in der nächsten Woche weitere Langstrecken-Verbindungen ab Düsseldorf streichen muss. Grund sollen Kostensenkungen sein, mit deren Hilfe die insolvente Airline den Flugbetrieb aufrechterhalten will, bis sich ein oder mehrere Käufer gefunden haben. Die entsprechenden Medienberichte bezogen sich auf die Aussagen von Insidern.

Bislang ist geplant, dass Air Berlin noch in diesem Monat alle Langstreckenflüge von Berlin-Tegel einstellt. Am Drehkreuz Düsseldorf sollte der Langstreckenbetrieb weitergehen, allerdings fallen zum 25. September die Flüge nach Orlando und zum 1. Oktober die Flüge nach Boston weg. Die Passagiere sollen auf Flüge anderer Airlines umgebucht werden.

Lufthansa plant bereits für Übernahme

Bis zum 15. September können noch Gebote für Air Berlin abgegeben werden. Als Interessenten werden derzeit der Lufthansa-Konzern, Condor, die britische Billigfluglinie Easyjet, die Luftfahrt-Unternehmer Niki Lauda und Hans Rudolf Wöhrl sowie eine Logistik-Firma und ein Hostel-Betreiber aus Berlin gehandelt. Dann könnte auf der nächsten Gläubigerversammlung am 21. September entschieden werden, welche Käufer den Zuschlag bekommen.

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair will kein Gebot für Air Berlin abgeben. Zur Begründung führte deren Chef Michael O’Leary an, die Insolvenz von Air Berlin sei ein „abgekartetes Spiel“, mit dem die Bundesregierung den Lufthansa-Konzern stärken wolle. Trotz der Bedenken von Kartellrechtlern hatten sich Mitglieder der Bundesregierung mehrfach für eine Übernahme großer Teile von Air Berlin durch den Lufthansa-Konzern ausgesprochen.

Wie zur Bestätigung von O’Learys Worten bereitet sich das ehemalige Staatsunternehmen bereits auf eine solche Übernahme vor: Für den 26. September wurde der Lufthansa-Aufsichtsrat einberufen, um im Falle eines Abschlusses grünes Licht für den Kaufvertrag zu geben. Am Samstag wurde mitgeteilt, dass sich die Lufthansa-Tochter Eurowings mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo bereits auf einen Tarifvertrag für die Übernahme von Air-Berlin-Mitarbeitern geeinigt habe. Details dazu sollen in der kommenden Woche bekanntgegeben werden. (ph)

Bild: NRW.direkt

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