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„Streik gefährdet Versorgung Schwerstkranker“

Düsseldorf. Beim Streik des Pflegepersonals des Uni-Klinikums ist auch weiterhin keine Lösung in Sicht. Sylvia Pantel, Michaela Noll und Thomas Jarzombek warnen jetzt vor weiteren Folgen des Streiks. Die drei CDU-Bundestagsabgeordneten appellieren an die Verantwortung aller Beteiligten, kritisieren dabei aber auch, dass „das Ziel des Streiks derzeit nicht mehr erkennbar“ sei.

Uni-Klinikum Düsseldorf (Bild: NRW.direkt)

Beim inzwischen mehr als sechs Wochen andauernden Streik des Pflegepersonals am Düsseldorfer Uni-Klinikum ist auch weiterhin keine Lösung in Sicht. Anfang letzter Woche baten mehr als 40 Direktoren von Kliniken und Instituten Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) um Vermittlung in dem Konflikt. In einem offenen Brief wiesen sie darauf hin, dass derzeit statt normalerweise über 1.100 Menschen nur noch 750 versorgt werden können. Auch hätten mehr als 2.000 Operationen bereits verschoben werden müssen.

„Es berührt uns zutiefst, seit Wochen die gravierenden Folgen des Streiks für unsere Patienten hilflos erleben zu müssen“, schreiben die Ärzte. Die Notaufnahme sei zeitweise von der Notfallversorgung abgemeldet, wodurch Einschränkungen für Patienten entstehen könnten. „Es steht unmittelbar bevor, dass dringlich notwendige Operationen nicht mehr zeitnah durchgeführt werden können und zeitkritische Krebstherapien nur verzögert stattfinden“, lautete ihre Warnung.

„Versorgung schwerstkranker Patienten gefährdet“

„Der Hilferuf der Klinik-Direktoren zeigt, wie ernst die Lage durch den Pflegenotstand und durch den Streik an den Universitätskliniken in Deutschland geworden ist“, schrieben Sylvia Pantel, Michaela Noll und Thomas Jarzombek am Freitag in einer gemeinsamen Mitteilung. Darin warnten die drei CDU-Bundestagsabgeordneten aus Düsseldorf und Mettmann vor den weiteren Folgen des Streiks: „Das Streikrecht ist ein Grundrecht und durch die Verfassung geschützt. Jedoch sind Universitäts-Kliniken Krankenhäuser der Maximalversorgung. Hier werden schwerstkranke Patienten betreut. Wenn kommunale Krankenhäuser nicht in der Lage sind, Patienten zu versorgen, benötigen sie die Hilfe der Universitäts-Kliniken. Sie zu bestreiken, gefährdet die Versorgung von schwerstkranken Patienten.“

„Wenn Klinik-Direktoren berichten, dass die Notaufnahme zeitweise von der Notfallversorgung abgemeldet ist und es zu Einschränkungen in der Versorgung für Patienten mit Schlaganfall, Herzinfarkt oder schwersten Verletzungen kommt, kann dies zu gravierende Folgen bis zu Todesfällen führen. Wenn dringlich notwendige Operationen nicht mehr zeitnah durchgeführt werden und zeitkritische Krebstherapien nur verzögert stattfinden, führt dies auf Dauer unweigerlich zu Schäden an den Patienten“, hieß es in der gemeinsamen Erklärung weiter. „Diese Schäden sind vermeidbar, wenn beide Parteien sich an einen Tisch setzen, um möglichst schnell zu einer Lösung zu kommen.“

„Ziel des Streiks derzeit nicht mehr erkennbar“

Sylvia Pantel, Michaela Noll und Thomas Jarzombek kritisieren, dass das Ziel des Streiks derzeit „nicht mehr erkennbar“ sei, „zumal es einen geltenden, mit Verdi vereinbarten Tarifvertrag gibt. Nach Auskunft von Verdi ginge es bei diesem Streik auch nicht primär um die Bezahlung. Deshalb ist die Ablehnung der 100 zusätzlichen Stellen auch nicht nachvollziehbar, zumal es schwer genug sein wird, diese bei dem derzeitigen fehlenden Fachpersonal am Arbeitsmarkt zu besetzen. Wir appellieren an die Verantwortung aller Beteiligten zum Wohle der Patienten, das im Raum stehende Angebot der Arbeitgeber anzunehmen und mit allen Beteiligten weitere Verbesserungen zu erarbeiten.“

Die Gewerkschaft Verdi hatte letzte Woche eine Aufstockung des Personals um 100 Stellen abgelehnt und dies damit begründet, dass diese durch eine Dienstvereinbarung und nicht durch einen Tarifvertrag geregelt werde. Die Leitung des Uni-Klinikums reagierte darauf mit Unverständnis und betonte, dass eine rechtlich verbindliche Vereinbarung mit dem örtlichen Personalrat Basis für die 100 zusätzlichen Pflegestellen sein. (ph)

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