Justiz Mönchengladbach

Sven Lau bleibt in Haft

Mönchengladbach. Der Salafisten-Prediger Sven Lau bleibt in Haft. Seine Beschwerde dagegen wurde vom BGH zurückgewiesen. Lau wurde Mitte Dezember in Mönchengladbach verhaftet. Vorgeworfen wird ihm die Unterstützung einer in Syrien aktiven Terror-Organisation.

Sven Lau (Bild: NRW.direkt)

Sven Lau (Bild: NRW.direkt)

Wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss hervorgeht, wurde Laus Beschwerde bereits am 10. März vom Bundesgerichtshof (BGH) verworfen. Ihm drohe bei einer Verurteilung eine erhebliche Freiheitsstrafe. Auch sei davon auszugehen, dass er nach wie vor auf ein Netzwerk Gleichgesinnter zurückgreifen könne, das ihm ein Untertauchen ermögliche, so die Begründung. Zudem habe er sich in der Vergangenheit mehrfach über ein Ausreiseverbot hinweggesetzt.

Die Bundesanwaltschaft hatte Lau Mitte Dezember in Mönchengladbach festnehmen lassen. Ihm wird vorgeworfen, 2013 von Deutschland aus als verlängerter Arm der in Syrien aktiven Terror-Organisation Jaish al-muhajirin wa-l-ansar (Armee der Auswanderer und Helfer, JAMWA) agiert zu haben. Die JAMWA gründete sich im März 2013 und war spätestens seit Mitte 2013 eng an die Terror-Organisation Islamischer Staat (IS) angebunden.

Der in Mönchengladbach geborene Lau trat dort im Sommer 2010 erstmals öffentlich in Erscheinung. Seine Auftritte mit dem Salafisten-Prediger Pierre Vogel riefen in der Bevölkerung Angst und Empörung hervor. Die Untätigkeit der nordrhein-westfälischen Politik führte schnell zur Gründung einer Bürgerinitiative, die ein Jahr lang gegen Lau und Vogel demonstrierte. Nach einem Jahr gaben die Salafisten auf; Vogel verließ die Stadt wieder, Lau widmete seine Aufmerksamkeit zunehmend dem syrischen Bürgerkrieg.

Brandstiftung bis heute ungeklärt

Obwohl Sven Lau bereits 2011 mehrfach in Mönchengladbach mit dem Gesetz in Konflikt kam, hatte er dort nie Strafverfolgung zu befürchten. Eine Staatsanwältin stellte alle gegen ihn gerichteten Strafverfahren wieder ein. Ungeklärt ist bis heute eine Brandstiftung in der Mönchengladbacher Salafisten-Moschee am 5. Juni 2011. Bereits drei Monate später war laut der Rheinischen Post aus Ermittlerkreisen zu vernehmen, dass die Polizei ausreichende Beweise dafür hätte, dass Lau diesen Brand zusammen mit Glaubensbrüdern selber gelegt habe, um die Tat den „Muslim-Hassern“ der Bürgerinitiative in die Schuhe zu schieben. Dennoch wurde auch dieses Strafverfahren im Januar 2012 wieder eingestellt, was in der Bevölkerung große Empörung auslöste.

Im September 2014 erlangte Lau als Anführer der „Scharia-Polizei“ bundesweite Bekanntheit. Die selbsternannten Polizisten patrouillierten mehrfach durch die Wuppertaler Innenstadt, um muslimische Jugendliche vor Diskotheken oder Spielhallen von einem „gottgefälligen“ Leben zu überzeugen und „aus den Häusern des Teufels zu bekommen“. Dabei wurde auch die Einführung des islamischen Rechts in Deutschland gefordert. Zuletzt lebte Lau im Düsseldorfer Stadtteil Holthausen. Wovon, ist bis heute nicht bekannt.

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