Essen Politik

„Tafel“ nimmt wieder Ausländer auf

Essen. Die Tafel nimmt ab Mittwoch wieder Neuanmeldungen von Ausländern entgegen. Wegen ihrer Entscheidung, diese vorläufig nur noch von Deutschen zu akzeptieren, stand die Tafel bundesweit im Kreuzfeuer der Kritik.

Die Essener Tafel akzeptiert künftig wieder Neuanmeldungen von Ausländern. Übereinstimmenden Medienberichten vom Dienstag zufolge hat der Vorstand des Trägervereins beschlossen, den zuletzt geltenden Aufnahmestopp für Bedürftige ohne deutschen Ausweis wieder aufzuheben. Die jetzt beschlossene neue Regelung trete am Mittwochnachmittag in Kraft, wurde der Vereinsvorsitzende Jörg Sartor zitiert.

Wegen ihrer Entscheidung, Neuanmeldungen vorläufig nur noch von Deutschen zu akzeptieren, stand die Essener Tafel im Februar bundesweit im Kreuzfeuer der Kritik. Nachdem ihr deswegen auch noch Rassismus vorgeworfen wurde, beschmierten unbekannte Täter mehrere Fahrzeuge sowie die Eingangstür der Tafel mit den Worten „Nazis“ und „Fuck Nazis“. Begründet wurde die Entscheidung von Seiten der Tafel damit, dass keine weitere Verdrängung von Älteren und Frauen gewollt sei. Seit der Flüchtlingskrise sei der Anteil ausländischer „Kunden“ auf drei Viertel gestiegen. Dabei sei es gegenüber Frauen und Älteren zu rücksichts- und respektlosem Verhalten gekommen, so seien etwa bei der Lebensmittelausgabe ältere Menschen einfach weggeschubst worden.

Bereits am 9. März wurde entschieden, die Beschränkungen für Ausländer „schnellstmöglich“ wieder aufzuheben. „Sollte es zukünftig erneut zu Kapazitätsengpässen bei der Aufnahme von Neukarteninhabern kommen, werden besonders Alleinerziehende, Familien mit minderjährigen Kindern sowie Senioren – egal welcher Herkunft – bevorzugt aufgenommen“, hieß es dazu in einer Mitteilung der Stadt Essen. (ph)

Bild: Die von unbekannten Tätern beschmierten Fahrzeuge der Essener Tafel. Bildrechte: NRW.direkt

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