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„Tafeln eigentlich für andere gedacht“

Düsseldorf/Essen. Am Freitag äußerte sich Ministerpräsident Armin Laschet erstmals zum Streit um die Tafeln. Diese seien nicht für Flüchtlinge gedacht, sagte der CDU-Politiker, da deren staatlicher Unterhalt „in hohem Maße ausreichend“ sei.

Armin Laschet (Bild: NRW.direkt)

Medienberichten zufolge sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Freitag vor Journalisten in Düsseldorf, dass der staatliche Unterhalt, den ein junger Flüchtling in Deutschland bekomme, „in hohem Maße ausreichend“ sei. Die Tafeln aber sind „eigentlich für andere gedacht“, etwa für bedürftige Rentner und Alleinerziehende. Dabei dürfe die Staatsangehörigkeit keine Rolle spielen.

Als Beispiel nannte Laschet den türkischen Gastarbeiter, der 40 Jahre in Deutschland gearbeitet habe, eine kleine Rente erhalte und „selbstverständlich“ Zugang zur Tafel haben müsse. Die Gruppen der Hilfsbedürftigen müssten von den Tafeln definiert werden, dabei handele es sich aber im Zweifel nicht um Flüchtlinge.

Rassismus-Vorwürfe gegen die Tafel

Die von Unbekannten beschmierte Eingangstür der Essener Tafel (Bild: NRW.direkt)

Wegen ihrer Entscheidung, Neuanmeldungen vorläufig nur noch von Deutschen zu akzeptieren, stand die Essener Tafel im Februar bundesweit im Kreuzfeuer der Kritik. Nachdem ihr deswegen auch noch Rassismus vorgeworfen wurde, beschmierten unbekannte Täter mehrere Fahrzeuge sowie die Eingangstür der Tafel mit den Worten „Nazis“ und „Fuck Nazis“.

Begründet wurde die Entscheidung von Seiten der Essener Tafel damit, dass keine weitere Verdrängung von Älteren und Frauen gewollt sei. Seit der Flüchtlingskrise sei der Anteil ausländischer „Kunden“ auf drei Viertel gestiegen. Dabei sei es gegenüber Frauen und Älteren zu rücksichts- und respektlosem Verhalten gekommen, so seien etwa bei der Lebensmittelausgabe ältere Menschen einfach weggeschubst worden. (ph)

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