Politik

Taxifahrer sollen Polizei helfen

Düsseldorf. Die NRW-Polizei wird bei der Kriminalitätsbekämpfung zukünftig mit Logistik- und Taxiverbänden sowie einem Raststätten-Unternehmen kooperieren. GdP-Landesvorsitzender Arnold Plickert wirft Innenminister Herbert Reul (CDU) deswegen Aktionismus vor. „Wir brauchen in NRW keine Hilfssheriffs, sondern mehr richtige Polizisten auf der Straße“, sagte Plickert. „Die 110 können Taxifahrer heute auch schon anrufen. Dafür brauchen wir keine Kooperation.“

Herbert Reul (Bild: NRW.direkt)

Die nordrhein-westfälische Polizei wird bei der Kriminalitätsbekämpfung zukünftig mit fünf Logistik- und Taxiverbänden sowie einem Raststätten-Unternehmen kooperieren. „Wir haben starke Partner gesucht und gefunden. Es geht darum, die Unterstützung der Polizei durch Private gemeinsam neu zu denken. Gerade wenn es um den Kampf gegen mobile Einbrecherbanden geht, wird die Polizei von den insgesamt über 200.000 Mitarbeitern unserer neuen Sicherheitspartner wertvolle Hinweise bekommen“, sagte Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) am Dienstag bei der Vorstellung der neuen Sicherheitspartnerschaft.

Durch die Kooperation sollen Straßen, Tankstellen und Raststätten in Nordrhein-Westfalen zukünftig deutlich engmaschiger beobachtet werden, etwa um Reiserouten und Absatzwege von Einbrechern besser aufklären zu können. Hoheitliche Befugnisse sollen bei dieser Zusammenarbeit nicht übertragen werden. Bei den neuen Partnern der Polizei handelt es sich um die Autobahn Tank und Rast GmbH, den Verband Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen e.V., den Verband Spedition und Logistik Nordrhein-Westfalen, die Fachvereinigung Personenverkehr Nordrhein Taxi-Mietwagen e.V., den Taxi-Verband NRW e.V. sowie den Verband des privaten gewerblichen Straßenpersonenverkehrs Nordrhein-Westfalen VSPV e.V.

Bei Arnold Plickert, dem Landesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP), stößt der Vorstoß von Innenminister Reul auf Ablehnung. „Wir brauchen in NRW keine Hilfssheriffs, sondern mehr richtige Polizisten auf der Straße. Die neue Landesregierung in NRW hat der alten stets Aktionismus in der Sicherheitspolitik vorgeworfen. Jetzt sage ich: Taxifahrer zu einer Säule der inneren Sicherheit zu erklären ist erst recht Aktionismus“, sagte Plickert der Rheinischen Post. „Die 110 können Taxifahrer heute auch schon anrufen. Dafür brauchen wir keine Kooperation.“ (ph)

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