Dinslaken Nachrichten

Terror-Verdächtige festgenommen

Dinslaken. Wegen des Verdachts der Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags wurden am Mittwoch drei Bewohner einer Asylbewerberunterkunft festgenommen. Razzien gegen Islamisten am gleichen Tag in anderen Städten waren von der Bundesanwaltschaft angeordnet, wurden aber von Innenminister Ralf Jäger als Teil der NRW-Politik dargestellt.

Symbolbild: NRW.direkt

Symbolbild: NRW.direkt

Wie die Rheinische Post berichtete, will die Staatsanwaltschaft in Duisburg gegen die drei Männer Haftbefehle beantragen. Einer der Männer war am Mittwochmorgen festgenommen worden, die beiden anderen am Abend des gleichen Tages.

Die Zugriffe sollen im Zusammenhang mit der Festnahme des 24-jährigen Syrers Khaled H. stehen. Khaled H., der ebenfalls in der Asylbewerberunterkunft in Dinslaken gemeldet war, wurde am vergangenen Freitag in Rheinland-Pfalz festgenommen. Er wird verdächtigt, einen Anschlag in Deutschland geplant zu haben, möglicherweise auf ein Spiel der Fußball-Bundesliga. Bislang fanden die Ermittler dafür jedoch keine Beweise.

Jäger bellt, Berlin und Karlsruhe beißen

Ebenfalls am Mittwoch gab es in Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Tönisvorst und im niedersächsischen Hildesheim Razzien gegen die islamistische Szene. Mit markigen Worten suggerierte Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) anschließend, die Maßnahmen wären Teil der NRW-Politik gewesen: „Die Durchsuchungen zeigen, dass die NRW-Polizei nicht dabei nachlässt, die islamistische Szene auszutrocknen. Wer meint, hier unbehelligt hetzen und junge Männer für den bewaffneten Kampf in Syrien und im Irak rekrutieren zu können, liegt daneben.“ In Wahrheit aber wurden die Razzien von der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe angeordnet.

Nordrhein-Westfalen ist wegen des im Vergleich zu anderen Bundesländern geringen Verfolgungsdrucks bei Salafisten besonders beliebt. Als Ralf Jägers repressivste Maßnahme gegen Salafisten gilt bis heute seine im September 2014 ergangene Anordnung, den selbsternannten „Scharia-Polizisten“ um Sven Lau ihre Westen wieder wegzunehmen. In NRW durchgeführte Razzien sowie andere ernsthafte Maßnahmen gegen Salafisten wurden stets von der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe oder vom Bundesinnenministerium in Berlin auf den Weg gebracht. (ph)

Print Friendly, PDF & Email