Köln Nachrichten

Tödlicher Streit unter Asylbewerbern

Köln. Auch in dieser Woche halten gewalttätige Auseinandersetzungen in und um Asylbewerberunterkünfte die NRW-Polizei in Atem. Dabei werden die Polizisten angegriffen und bespuckt. Eine Messerattacke unter Asylbewerbern endete tödlich.

Bild: NRW.direkt

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Am späten Dienstagabend wurde die Polizei in eine Zuwandererunterkunft nach Troisdorf-Bergheim gerufen. Im Verlauf des Abends war es unter drei alkoholisierten Bewohnern im Alter von 18, 19 und 27 Jahren zum Streit gekommen, bei dem sich die Beteiligten gegenseitig provoziert und beleidigt hatten. Als es schließlich zu körperlichen Angriffen kam, trennten die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes die Kontrahenten und zogen die Polizei hinzu.

Nachdem die Polizisten eingetroffen waren, wurden sie von den Zuwanderern angegriffen. Der 18-Jährige schlug einem Beamten ins Gesicht, wodurch dieser leicht verletzt wurde. Der Täter konnte überwältigt und mit Handfesseln fixiert werden. Mit Unterstützung weiterer Streifenwagenbesatzungen wurden auch der 19-Jährige und der 27-Jährige, die nun ebenfalls die Polizisten angriffen und anspuckten, in Gewahrsam genommen. Bei dem 18-Jährigen wurde auf der Wache ein Atemalkoholwert von 1,6 Promille gemessen, bei dem 19-Jährigen 1,0 Promille. Der 27-Jährige war in seinem Rausch zu einem Test nicht mehr in der Lage. Die Beschuldigten mussten die Zeit bis zur Ausnüchterung im Polizeigewahrsam verbringen. Zur Herkunft der Täter wurden keine Angaben gemacht.

Nur wenige Minuten später wurde die Polizei in Leichlingen in eine Zuwandererunterkunft gerufen, weil es zwischen einigen Personen Streit gegeben hatte. Bei Eintreffen der Beamten befanden sich mehrere Bewohner vor der Unterkunft auf der Straße und dem Rasen. Sie deuteten den Polizisten gegenüber an, dass der Randalierer im Haus sei. Die Beamten trafen ihn nach kurzer Flucht in einer Gemeinschaftsküche an. Er wurde aufgefordert, das Gebäude zu verlassen und erhielt auch einen Platzverweis, dem er aber nicht nachkam. Als die Polizisten ihn am Arm packen wollten, versuchte er zu flüchten und schlug um sich. Mehrere Einsatzkräfte packten ihn und legten ihm Handfesseln an. Trotzdem schlug und trat er weiter um sich, auf dem Weg zum Streifenwagen versuchte der 31-Jährige die Beamten zu bespucken. Als der Mann dann auch noch seinen Streitkontrahenten sah, versuchte er sich erneut tobend und schimpfend zu befreien. Auf der Wache lehnte er zwar einen Atemalkoholtest ab, es war aber ersichtlich, dass der Mann alkoholisiert war. Er durfte seinen Rausch in einer Zelle ausschlafen, bevor er wieder entlassen wurde. Auch hier machte die Polizei keine Angaben zur Herkunft des Täters.

Asylbewerber wollen Taschengeld in anderer Unterkunft holen

In Burscheid rief ein Streit zwischen Bewohnern und Mitarbeitern einer Asylbewerberunterkunft am Mittwoch Polizei und Ausländeramt auf den Plan. Der Konflikt drohte zu eskalieren, als Mitarbeiter der Unterkunft wegen wiederholter Verstöße gegen die Hausordnung die geplante Auszahlung des wöchentlichen Taschengeldes verzögern wollten. Darüber entbrannte ein heftiger Streit, der darin mündete, dass eine 20-köpfige Gruppe junger Nordafrikaner ihre Sachen packte und die Unterkunft geschlossen verlassen wollte, um sich ihr Taschengeld in einem anderen Asylbewerberheim zu besorgen.

Eine Mitarbeiterin verständigte die Polizei, die sich ihrerseits mit dem Kreisausländeramt in Verbindung setzte. Die Ausländerbehörde stellte dann mit Unterstützung der Polizei die Identitäten aller Personen fest. Die Überprüfungen brachten hervor, dass ein großer Teil der kontrollierten Personen über mehrere Bescheinigungen als Asylsuchende unter verschiedenen Namen verfügte und eine Person zur Abschiebung ausgeschrieben war. Zudem wurden Anhaltspunkte entdeckt, dass unrechtmäßig mehrfach Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bezogen wurden. Alle 20 Personen wurden festgenommen.

Am gleichen Tag kam es in Lindlar-Hartegasse in einer kommunalen Asylbewerberunterkunft zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Beteiligten. Ein 29-Jähriger verschaffte sich am Nachmittag mit Gewalt Zutritt zu einer Wohnung. Dort begannen die Streitigkeiten zwischen dem 29-Jährigen und drei Männern im Alter von 20, 21 und 22 Jahren. Der Streit setzte sich später auf der Straße fort, hatte sich aber beim Eintreffen der Rettungskräfte und der Polizei bereits wieder beruhigt. Der 29-Jährige wies leichte Verletzungen an den Händen auf, die er sich offensichtlich beim Einschlagen des Glaseinsatzes der Wohnungstür zugezogen hatte. Zur Herkunft des Täters wurden keine Angaben gemacht.

Tödliche Messerattacke

In den Abendstunden gab es in Köln-Pulheim in der Nähe einer Asylbewerberunterkunft einen Streit zwischen zwei Bewohnern der Unterkunft. Dabei kam es zu einer Messerattacke, bei der ein 26-jähriger Asylbewerber aus Albanien tödlich verletzt wurde. Ein sofort alarmierter Notarzt leitete umgehend Reanimationsmaßnahmen ein, die aber erfolglos blieben. Die Kölner Polizei hat eine Mordkommission eingerichtet. Eine Fahndung nach dem noch flüchtigen Tatverdächtigen wurde eingeleitet. (ph)

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