Politik

Türkisch statt Englisch an Grundschulen?

Düsseldorf. Tayfun Keltek, Vorsitzender des Landesintegrationsrates, sprach sich am Freitag dafür aus, den Englisch-Unterricht an Grundschulen abzuschaffen und stattdessen mehr Türkisch, Polnisch und Russisch zu unterrichten. Bei der WerteUnion stieß das auf sofortige Ablehnung. „Jeder Versuch, das Erlernen der englischen Sprache zu beeinträchtigen, ist rigoros abzulehnen“, sagte die WU-Landesvorsitzende Simone Baum.

Tayfun Keltek (Bild: NRW.direkt)

Der Vorsitzende des Landesintegrationsrats, Tayfun Keltek, spricht sich dafür aus, an Grundschulen mehr Türkisch, Polnisch und Russisch zu unterrichten. „Ich bin dafür, den Englisch-Unterricht an Grundschulen ganz abzuschaffen – nicht nur in den ersten beiden Schuljahren. Am besten würden Fremdsprachen erlernt, wenn sie von Muttersprachlern vermittelt würden“, sagte er in der Freitagausgabe des Kölner Stadt-Anzeiger.

„Etwa ein Drittel aller Kinder in NRW hat einen Migrationshintergrund. Sie sprechen zum Beispiel türkisch, russisch, polnisch. Für die deutschen Kinder wäre es einfacher, sie würden diese Sprachen erlernen. Und die Kinder mit Migrationshintergrund hätten mehr Zeit, sich auf das Deutsche zu konzentrieren“, fügte Keltek hinzu. In Köln hätten 50 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund. „Sie wachsen zweisprachig auf. Es wäre besser, die Kenntnisse in der Muttersprache und in Deutsch zu vertiefen, dann fällt ihnen später auch das Englische leichter“, sagte Keltek.

Bei der WerteUnion (WU), dem konservativen Flügel der CDU, stieß der Vorschlag von Tayfun Keltek auf sofortige Ablehnung: „Englisch ist – neben unserer Muttersprache Deutsch – die mit weitem Abstand wichtigste Sprache, die wir den Kindern in unseren Schulen vermitteln müssen, um ihnen das passende Rüstzeug für ihr weiteres Leben mitzugeben. Darum ist jeder Versuch, das Erlernen der englischen Sprache zu beeinträchtigen, rigoros abzulehnen“, sagte die WU-Landesvorsitzende Simone Baum am Freitag. (ph)

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