Düsseldorf Justiz Lau-Prozess

Tumult im Gerichtssaal

Düsseldorf. Beim Lau-Prozess kam es am Mittwoch zu einem Tumult, weil sich mehrere seiner Sympathisanten geweigert haben, beim Eintreten des Gerichts aufzustehen. Die beteiligten Salafisten wurden sofort zu jeweils drei Tagen Ordnungshaft verurteilt. „Jetzt dürfen Sie sitzen“, verabschiedete der Richter die Verurteilten. Die Verhandlung wurde unter Polizeischutz fortgesetzt.

Unterstützer von Sven Lau beim Betreten des Gerichtsgebäudes (Bild: NRW.direkt)

Im Prozess gegen den ehemaligen Mönchengladbacher Salafisten-Chef Sven Lau wurde Pierre Vogel am Mittwoch erneut als Zeuge vernommen. Von mehreren Justizangestellten bewacht, verfolgten im Zuschauerraum des Hochsicherheits-Gerichtssaals des Düsseldorfer Oberlandesgerichts (OLG) rund 25 Unterstützer die Vernehmung des Salafisten-Predigers.

Nach der Mittagsunterbrechung weigerten sich drei von ihnen, beim Eintreten des Gerichts aufzustehen. Auch die entsprechende Aufforderung des Vorsitzenden Richters Frank Schreiber wurde missachtet. Als ein Justizangestellter die drei Salafisten zum Aufstehen aufforderte, verweigerten sich diese erneut. „Für wen? Das sind Verbrecher“, sagte einer von ihnen. Ein anderer rief laut: „Das ist tarut!“ Mit dem Begriff „tarut“ meinen Salafisten, dass gläubige Muslime nicht vor „Repräsentanten des Götzensystems“ aufstehen dürfen.

Andere Zuschauer hingegen reagierten auf deren Verhalten mit Empörung. Daraufhin kam es zu einem kurzen Tumult im Zuschauerraum, bei dem aufgeregt durcheinandergerufen wurde. Erst mehrere Justizangestellte sorgten wieder für Ruhe.

„Jetzt dürfen Sie sitzen“

Auf Anordnung von Frank Schreiber wurden die drei Salafisten daraufhin in den Gerichtssaal geführt. Der Richter verurteilte sie wegen ungebührlichen Verhaltens zu jeweils drei Tagen Ordnungshaft und ordnete deren sofortigen Vollzug an. Einer der drei protestierte: „Für was? Wir haben nichts verbrochen.“ Schreiber antwortete gereizt: „Ich habe nicht vor, das mit Ihnen zu erörtern. Jetzt dürfen Sie sitzen.“

Nach dem Vorfall wurde der Zuschauerraum von mehr als einem Dutzend Polizisten und Justizangestellten bewacht. Die Verhandlung konnte ordnungsgemäß fortgesetzt werden. (ph)

Einen ausführlicher Artikel über die Vernehmung von Pierre Vogel finden Sie hier.

Print Friendly, PDF & Email