Nachrichten Ostwestfalen-Lippe

Tumulte in Unterkunft

Paderborn. In einer Notunterkunft in Büren kam es am Dienstagabend zu Tumulten, an denen mehrere hundert Zuwanderer beteiligt waren. Für den rund vierstündigen Einsatz musste die Polizei Verstärkung aus Nachbarkreisen anfordern. Verletzt wurde niemand.

Symbolbild: NRW.direkt

Symbolbild: NRW.direkt

Ausgelöst wurden die Tumulte am späten Dienstagabend durch einen 29-jährigen Iraker, der sich gegenüber einem 10-jährigen Mädchen aus Serbien „in schamverletzender Weise“ gezeigt haben soll. Der Vorfall in der Unterkunft in Büren im Kreis Paderborn wurde sofort der Polizei gemeldet. Aber noch vor Eintreffen der ersten Streifenwagen kam es zu Streitigkeiten unter den Bewohnern. Etwa 150 Personen wollten das Zelt stürmen, in dem sich der Tatverdächtige aufhielt. Gemeinsam mit Angehörigen musste er durch einen Hintereingang vom Gelände geführt und von der Polizei zu einer anderen Unterkunft gefahren werden.

In der Zwischenzeit steigerten sich die Tumulte unter den Bewohnern. Als sich zwei Gruppen von jeweils rund 300 Personen gegenüber standen, drohte die Situation zu eskalieren. Die Paderborner Polizei forderte Verstärkung aus den Nachbarkreisen an, die auch schnell am Einsatzort eintraf. Angesichts des starken Polizeiaufgebots und aufgrund vermittelnder Gespräche von Vertretern der Bezirksregierung mit den Rädelsführern beruhigte sich die Lage zusehends und alle Bewohner kehrten in ihre Unterkünfte zurück. Nach etwa vier Stunden konnte der Einsatz am frühen Mittwochmorgen wieder beendet werden. Gegen den irakischen Tatverdächtigen wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

In der Notunterkunft Büren-Stöckerbusch sind derzeit knapp über 700 Personen mit rund 20 unterschiedlichen Staatsangehörigkeiten untergebracht. Etwa 500 davon, vorwiegend vom Westbalkan stammende Zuwanderer, haben – juristisch betrachtet – keine Bleibeperspektive.

Quelle: Polizei

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