Dormagen Justiz

U-Haft für Schwimmbad-Grapscher

Dormagen. Weil er zwei Mädchen in die Frauendusche eines Schwimmbads folgte, um sie dort zu begrapschen, wurde ein 16-Jähriger am Mittwoch festgenommen und in Untersuchungshaft geschickt. Polizei und Staatsanwaltschaft wollten nichts zu seiner Herkunft sagen. Die Stadt räumte jedoch ein, dass es sich bei dem Festgenommenen um einen Flüchtling handelt.

In Neuss wurde am Mittwoch ein 16-Jähriger festgenommen, weil er vier Tage zuvor in einem Hallenbad in Dormagen-Nievenheim zwei elfjährige Mädchen begrapscht hatte. Der Jugendliche war den beiden Mädchen unter die Frauendusche gefolgt. Dort hatte er sie „über der Badebekleidung unsittlich berührt“, so die Polizei. Die Mädchen wandten sich hilfesuchend an die Bademeister, die die Polizei informierten. Nach seiner Festnahme räumte der 16-Jährige den Tatvorwurf im Wesentlichen ein. Auf Antrag der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft wurde er einem Haftrichter in Neuss vorgeführt, der ihn in Untersuchungshaft schickte.

Polizei und Staatsanwaltschaft wollen nichts zur Herkunft sagen

In der Polizeimeldung vom Mittwoch wurde die Herkunft des Festgenommenen jedoch verschwiegen. Auch die Staatsanwaltschaft in Düsseldorf schwieg dazu. „Es handelt sich nicht um einer Vergewaltigung im engeren Sinne gleichzusetzende schwere Sexualstraftat“, so Staatsanwalt Christoph Kumpa. „Der Tatverdacht richtet sich gegen einen Minderjährigen. Da gilt es, das schutzwürdige Interesse des Betroffenen und das der Öffentlichkeit abzuwägen.“ Im Zusammenhang mit der Verhängung der Untersuchungshaft löste das Schweigen der Behörden Vermutungen aus, bei dem Festgenommenen könnte es sich um einen Deutschen handeln. Die Stadt Dormagen räumte aber im weiteren Verlauf des Tages ein, der Tatverdächtige sei ein Flüchtling, der seit November in Dormagen lebe und vorher nicht auffällig geworden sei.

„Der Hallenbadbesuch war ihm erlaubt worden, nachdem er zuvor bei solchen Besuchen begleitet und auch genau darüber aufgeklärt worden war, was dort erlaubt ist und was nicht. Wenn er die Mädchen unsittlich berührt hat, dann muss ihm bewusst gewesen sein, dass er damit gegen geltendes Recht in Deutschland verstößt. Für ein solches Verhalten kann es keine Entschuldigung und keine Toleranz geben“, sagte Robert Krumbein, Erster Beigeordneter der Stadt Dormagen, am Mittwochabend in der örtlichen Presse. (ph)

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