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Übergriffe auf Polizisten auf Höchststand

Düsseldorf. Die Zahl der gewalttätigen Übergriffe auf Polizisten war in NRW im vergangenen Jahr so hoch wie noch nie. Insgesamt wurden 16.710 Polizisten angegriffen. Der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Rainer Peltz fordert die konsequente Anwendung der neuen gesetzlichen Möglichkeiten.

2016 ist die Zahl der gewalttätigen Übergriffe auf Polizisten in Nordrhein-Westfalen auf 8.955 angestiegen. Gegenüber 2015 ist dies ein Anstieg von 14 Prozent. 86 Prozent der insgesamt 8.326 Tatverdächtigen war männlich, die größte Gruppe stellen dabei mit 37 Prozent die 25- bis 40-Jährigen. Die Zahl der angegriffenen Polizisten stieg um 20 Prozent von 13.875 auf 16.710. Das teilte die Gewerkschaft der Polizei am Freitag unter Berufung auf Zahlen des Landeskriminalamts mit.

„Meine Kollegen werden getreten, geschlagen, bespuckt und beleidigt. Der Respekt sinkt immer weiter. Von daher war es höchste Zeit, dass der Gesetzgeber in Berlin reagiert hat“, sagte der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Rainer Peltz. „Die Instrumente liegen vor. Jetzt müssen die neuen gesetzlichen Möglichkeiten aber auch konsequent angewendet werden.“ Der Bundestag hatte am Donnerstag mehrheitlich höhere Strafen für Angriffe auf Polizisten, Rettungskräfte und Feuerwehrleute beschlossen. Künftig drohen für solche Attacken zwischen drei Monaten und fünf Jahren Haft.

Besonders alarmierend an den jetzt bekannt gewordenen Zahlen sei laut Peltz der Anteil von 73 Prozent der Tatverdächtigen, die bereits vorher polizeilich in Erscheinung getreten sind: „Das stimmt mit den Erfahrungen unserer Kollegen vor Ort überein, die es immer wieder mit der gleichen Klientel zu tun haben. Dem kann nur dadurch entgegengewirkt werden, dass man bei jedem einzelnen Fall möglichst schnell reagiert. Den Tätern muss schnell und konsequent vor Augen geführt werden, dass Angriffe auf Polizisten keine Kavaliersdelikte sind.“ (ph)

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