Düsseldorf Wirtschaft und Verkehr

UFO sorgt sich um Condor

Düsseldorf. Nach der Insolvenz von Air Berlin hat die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO Sorge vor einer Übermacht des Lufthansa-Konzerns und damit verbundenen Wettbewerbsverzerrungen. Konkret sorgt sich UFO-Tarifvorstand Nicoley Baublies um die beliebte Ferienfluglinie Condor. „An deren Stelle wäre ich extrem sauer auf den Staat“, sagte Baublies einer Tageszeitung.

Nach dem Aus für Air Berlin fürchten Gewerkschafter, dass weitere Fluggesellschaften in Schieflage geraten könnten. Nicoley Baublies, Tarifvorstand der Unabhängigen Flugbegleiter-Organisation (UFO) sowie Chef der IG Luftverkehr, sagte in der Samstagausgabe der Rheinischen Post: „Schauen Sie sich Kandidaten wie Condor an. Die machen einen ordentlichen Job, obwohl sie veraltete Flugzeuge und keinen starken Konzern im Rücken haben.“

Dort bestünden kostenmäßig akzeptable Tarifbedingungen. Condor sei ein beliebter Anbieter, doch gegen die jetzt entstehende Übermacht des Lufthansa-Konzerns werde es sehr schwer. „Wie lange so ein Konstrukt überlebt, ist unsicher. An deren Stelle wäre ich extrem sauer auf den Staat, der mit Staatsgeldern einen ,nationalen Champion‘ aufbauen will, ohne zu schauen, ob das noch einen fairen Wettbewerb ermöglicht“, sagte Baublies.

Bundesregierung wollte „nationalen Champion“

Air Berlin musste am 15. August Insolvenz anmelden. Mit Hilfe eines Überbrückungskredits der Bundesregierung wurde der Flugbetrieb aber noch bis 27. Oktober weitergeführt. Mitglieder der Bundesregierung, darunter auch Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), hatten sich nach der Insolvenz sofort dafür ausgesprochen, der Lufthansa-Konzern solle große Teile von Air Berlin übernehmen, um zum „nationalen Champion“ zu werden. Der Air-Berlin-Gläubigerausschuss handelte anschließend im Sinne dieser Wünsche. Andere Bieter, darunter auch der British-Airways-Mutterkonzern IAG, waren chancenlos.

Die Folgen für den Wettbewerb waren katastrophal: „In Düsseldorf zum Beispiel sind jetzt 90 Prozent aller Slots für Starts und Landungen in der Hand der Lufthansa“, kritisierte der österreichische Luftfahrt-Unternehmer Niki Lauda Ende Oktober im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Bilanz. „Kein neuer Konkurrent hat die Chance, von Düsseldorf irgendwohin zu fliegen, es gibt keine Slots.“ Lauda prophezeite, dass die Lufthansa ihre neue Monopolmacht ausnutzen wird: „Das führt natürlich dazu, dass ab sofort alle Tickets teurer werden.“ (ph)

Bild: Im Stil der frühen sechziger Jahre lackierter Airbus A.320-200 von Condor. Bildrechte: NRW.direkt. Der Artikel wurde unter Verwendung einer Pressemitteilung der Rheinischen Post erstellt.

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