Nachrichten Ostwestfalen-Lippe

Umgebung der ZUE Oerlinghausen soll wieder sicher werden

Düsseldorf/Oerlinghausen. Staatssekretär Andreas Bothe (FDP) erklärte am Mittwoch im Integrationsausschuss ausführlich, wie die Menschen in Oerlinghausen jetzt besser vor kriminellen Flüchtlingen geschützt werden sollen. Gabriele Walger-Demolsky (AfD) kritisierte, dass Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) keine Zahlen zur Kriminalitätsentwicklung in der Umgebung der entsprechenden Unterkünfte mitteile.

Gabriele Walger-Demolsky (Bild: NRW.direkt)

Im Integrationsausschuss des Landtages schilderte Staatssekretär Andreas Bothe (FDP) am frühen Mittwochnachmittag ausführlich, wie die Menschen in der Nachbarschaft der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) in Oerlinghausen jetzt besser vor kriminellen Flüchtlingen geschützt werden sollen. Anwohner der ZUE beklagen seit Wochen in der Presse eine Zunahme von Kriminalität und die damit verbundene Angst, ihr Haus zu verlassen. Vor Ort bestätigte Bothe Mitte Januar, dass es Probleme mit Diebstählen und Einbrüchen gebe, sexuelle Gewalt oder Körperverletzungen aber gebe es nicht. „Niemand muss Angst haben, nach Einbruch der Dunkelheit zum Briefkasten zu gehen“, sagte er.

Seine Worte riefen bei Anwohnern jedoch nur neue Empörung hervor. Zuletzt aber bestätigten die Behörden, dass die Zahl der Einbrüche und Ladendiebstähle in Oerlinghausen stark zugenommen habe, seitdem die ZUE hauptsächlich mit Asylbewerbern aus Georgien und Albanien belegt ist. Laut Polizei haben sich Einbruchsdiebstähle im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.

Videoüberwachung und Nachtbildkameras

Im Integrationsausschuss schilderte Andreas Bothe, der zwischenzeitlich erneut in Oerlinghausen war, dass ein „Umfeldmanager“ sowie ein „Runder Tisch“ zur Lösung der Probleme beitragen sollen. Die Zahl der Bewohner der ZUE sei bereits von 450 auf 348 verringert worden und werde noch weiter bis auf 300 gesenkt. Auch sei das Sicherheitspersonal aufgestockt worden, Kontrollen sollen alle Ein- und Ausgänge dokumentieren und eine Videoüberwachung inklusive Nachtsichtkameras sei ebenfalls eingeführt worden. Sieben jüngst erfolgte Festnahmen zeigten, so Bothe, dass auch die Maßnahmen der Polizei erfolgreich seien. „Wir werden alles tun, damit das objektive und subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger wieder besser wird“, sagte der Staatssekretär.

„Die Vorfälle in Oerlinghausen sind nur deshalb bekannt geworden, weil sich Anwohner an die Presse gewandt haben“, erinnerte die AfD-Sprecherin im Integrationsausschuss, Gabriele Walger-Demolsky, und kritisierte, dass Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) keine Zahlen zur Kriminalitätsentwicklung in der Umgebung solcher Einrichtungen mitteilen würde. Zwei Anfragen von ihr dazu seien von Reul damit beantwortet worden, dass ihm solche Zahlen nicht vorlägen, sagte Walger-Demolsky. „Das steht aber im Widerspruch dazu, dass wir heute hier gehört haben, es gebe genaue Lageberichte der Polizei dazu.“ (ph)

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